Freitag, 13. Oktober 2017

Rosenkranzpsalter



Im Münster St. Nikolaus in Überlingen am Bodensee steht in der östlichsten Kapelle der Südseite ein Rosenkranzpsalter. Er wurde wohl 1631 von Martin (um 1590 – nach 1665) und David (1598 – 1666) Zürn geschnitzt. Maria steht auf der Mondsichel (Ein Weib […] der Mond zu ihren Füßen, Off 12, 1) und trägt ihr Kind auf dem Arm. Sie hält ein Zepter, zwei Engel halten eine Krone über ihr Haupt und weitere vier huldigen ihr. Maria wird hier als Himmelskönigin gezeigt. Umgeben wir die von einem Kranz von 15 Medaillons. Jedes zeigt ein anderes Rosenkranzgeheimnis. Es beginnt oben mit der „Verkündigung“ (1. Gesätz des freudenreichen Rosenkranzes) und endet wieder oben mit der „Krönung Mariens“ (5. Gesätz des glorreichen Rosenkranzes). Untereinander sind die Medaillons mit jeweils 10 Perlen verbunden, entsprechend den 10 „Ave Marias“, welche man bei jedem Gesätz betet. Seitlich unten knien zwei Ordensgründer: der hl. Franziskus mit einem Kreuz in der Hand und der hl. Dominikus, dem Maria den Rosenkranz überreichte. Diese beiden Figuren wurden allerdings erst im 18. Jahrhundert geschnitzt und auf den Altar gestellt. Man kann den zeitlichen bzw. stilistischen Unterschied recht gut erkennen, wenn man den üppigen, tief geschnittenen, fast ornamental gehaltenen Faltenwurf von Mariens Gewand mit den eher körpernachzeichnenden Gewändern der beiden Heiligen vergleicht. Oben im Gebälk erkennt man noch die beiden Wappen der Stifterfamilien dieses Altares.  AE

(Titelbild DER FELS Oktober 2013)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Jagdsaison



Lieferung von Wild in den Vorratskeller, 1852

Hubertus van Hove (1814-1865)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

In diesem Oktober, Jagdsaison. kontrolliert die Frau des Hauses zusammen mit der Köchin den Korb mit Wild, der vom Markt geliefert wurde. Wir befinden uns im Vorratskeller eines bürgerlichen Wohnsitzes im 19.Jahrhundert. Der kleine Hund scheint sehr interessiert zu sein.
Hubertus van Hove lernte die Malerei teilweise von seinem Vater, mit dem er zusammen an einer Bühnenausstattung des Théâtre Royal in Den Haag arbeitete. Er begann mit Landschaftsmalerei, spezialisierte sich aber dann auf Innenansichten, womit er großen Erfolg hatte. Wie man hier erkennen kann, handelt es sich um Szenen, an denen der Künstler die Lichteffekte, die von außen hereinkommen, studiert.
Das Tageslicht, das aus einer Öffnung, die sich hinter dem Betrachter befindet, hereinkommt, beleuchtet die linke Wand, das Gemüse, das man auf die Anrichte gelegt hat, das Gefäß aus Kupfer zum Händewaschen, das Wild, das die Köchin auf dem kühlen Boden ausgebreitet hat und die Frau des Hauses, die abermals ihre liste überprüft. Diese Momentaufnahme des wahren Lebens im Alltag ist realistisch und beschaulich. Man ist weit entfernt vom verrückten Wettlauf um eine kybernetische und virtuelle Welt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - Oktober 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Montag, 21. August 2017

Hoffnung auf besseres Wetter



Eine niederländische Straße 
Anton Mauve (ca. 1880)

Es ist düster und unwirtlich um diese Jahreszeit. Die holländischen offenen Wiesen und die kahlen Bäume entlang der Allee bieten wenig Schutz vor Wind und Nässe. Einsam folgt der Mann mit seinen drei Pferden sein Weg. Nur gelegentlich trifft er einen Passanten im Halbdunkel. Doch durch die Wolken kündigt sich besseres Wetter an. Bald wird es wieder Frühling sein.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 - Februar
Stichting Civitas Christiana

Samstag, 19. August 2017

Der Schiffbruch


Der Schiffbruch

Hermanus Koekkoek (1815 -1882)
Kunsthalle Hamburg I Foto: Bridgeman Images

Bei heftigem Sturm ist ein Fischerboot gekentert. Herbeieilende Helfer haben das Schlimmste verhindert und die Männer gerettet.
Hermanus Koekkoek stammte aus einem Malergeschlecht. Sein Vater, seine Brüder und alle seine Söhne waren Maler und - wie er - bekannt für Marine- und Landschaftsmalerei. Er unterrichtete sogar mehrere seiner Enkelkinder. Sein Stil, romantischer Realismus, ist repräsentativ für die holländische Malerei in diesem Zeitraum des 19. Jahrhunderts.

Der Wind erhebt sich zum Sturm, fegt über die Bäume und löst eine Flut hoher Wellen aus. Das Schiff kann der Gewalt der Elemente nicht standhalten, es kentert an einer Stelle des Flusses, die es glücklicherweise den Fischern ermöglicht, das Land zu erreichen. Ein Mann in rotem Hemd läuft mit einem Bootshaken herbei, eine Frau und Kinder lauschen der Erzählung eines Mannes, der alles gesehen hat.
Diese Darstellung erteilt uns auch eine Lehre, die im Gegensatz zum Optimismus der modernen Gesellschaft steht, die sich in Sicherheit wiegt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - März 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Dienstag, 15. August 2017

Maria Himmelfahrt


Das Gedenken an den Tod Mariens und damit auch an die Himmelfahrt Mariens war in der Kirche immer vorhanden. Frühe Belege dafür finden sich schon im vierten Jahrhundert in Syrien und im fünften Jahrhundert in Jerusalem. Wir feiern heute den großen Frauentag mit Kräuterweihe jedes Jahr am 15. August. Die künstlerische Darstellung der Himmelfahrt finden wir zumeist auf Gemälden. Die Barockzeit um 1700 bot mit ihrer Gestaltung des Altarraums zu großen Schaubühnen auch die Möglichkeit, ganze Gruppen von Statuen in den Hochaltar zu stellen. Dies ist in der Klosterkirche der Benediktiner in Rohr in Niederbayern in hervorragender Weise gelungen. Der Architekt und Bildhauer Egid Quirin Asam (1692-1750) zeigt dort wie die Muttergottes von Engeln getragen in den himmlischen Bereich empor schwebt. Die Muttergottesstatue ist das Zentrum des Hochaltars und das Zentrum der Kirche. Im unteren Teil des Hochaltars umstehen die staunenden Apostel das leere Grab. Die schwebenden Madonna ist das Glanzstück künstlerischer und technischer Leistung. „Das Kleid ist das einer Fürstin. Ihr fein geschwungener Körper, die Grazie der Bewegung, die feinen Hände, die Lieblichkeit des Gesichtes verraten königlichen Adel“ (Hausenstein). Ganz oben im Altar thront der Dreifaltige Gott — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott-Vater und Gott-Sohn halten zusammen die Krone bereit, mit der sie die Muttergottes zur Königin des Himmels krönen werden. Die indirekte Beleuchtung und die Farben Gold und Braun verstärken die festliche Atmosphäre.
Der Glanz dieser Barock-Kirche lässt den Betrachter ahnen, wie viel schöner der Himmel über den Wolken sein muss. Papst Pius XII. hat 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma bekräftigt, was in der Kirche schon immer geglaubt wurde. (Eduard Werner)

(Titelbild DER FELS August/September 2016)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 9. August 2017

„Die Kirche Christi hat immer Zukunft!“

Nach der Messe

Robert Spaemann

Reinhard Bingener hat in der FAZ die Ergebnisse der „neuen Mitgliederuntersuchung der EKD“ dargestellt („Erosion auf fast allen Ebenen“ 10.03.2014). Dabei handelt es sich um eine repräsentative Umfrage, die sich auf Kirchenmitglieder, aber auch auf Ausgetretene und Konfessionslose, die nie Kirchenmitglieder waren, erstreckt. Das Ergebnis bezeichnet Bingener mit „Stabilität des Abbruchs“. Was ist das Besondere und Neue das diese Untersuchung zu tage fördert, und warum ist das Ergebnis auch für Katholiken von Bedeutung? Vielleicht, dass es im „eigene Haus“ relativ günstiger aussieht, weil die Kirchenaustrittszahlen um 30% bis 40% niedriger liegen? Nein! Die festgestellten existenzgefährdenden Entwicklungen gelten auch für die katholische Kirche in Deutschland.
Beginnen wir mit der Begründung für die Kirchenaustritte. Die Kirchensteuer ist „in der Rangfolge ... deutlich zurückgefallen hinter der Feststellung: „Ich brauche keine Religion fürs Leben“. Die Aussage des Kirchenpräsidenten Peter Steinacker von 2006: „Der Kirchenaustritt wird primär kirchen- und nicht religionskritisch begründet“, ist überholt! „Konfessionslosigkeit“, ein „gefestigter Unglaube“ ist „zu einer  selbstverständlichen Option der Lebensführung in Deutschland geworden“.
Die geringere Bildungskraft der Kirchen hat nach dem Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD Gerhard Wehner nicht dazu geführt, dass „nicht institutionalisierte Frömmigkeit und Patchworkreligion“ zugenommen haben. Die Feststellung lautet: „Ohne religiöse Praxis und kirchliche Bindung erodiert auf die Dauer die Christliche Überzeugung . . .  wer sich einmal von der Kirche losgesagt hat, der entwickelt später nur selten spirituelle Sehnsüchte“. Die niedrige Zahl der Wiedereintritte in die Kirche belegt diese Aussage.
Da die religiöse Erziehung in der Kindheit von größter Bedeutung auch für die spätere religiöse Bindung ist. sind folgende Untersuchungsergebnisse für Westdeutschland nicht nur für die Protestanten, besorgniserregend: So sagen die über 66 Jahre alten Kirchenmitglieder zu 83%, sie seien religiös erzogen worden, bei den 30 bis 45 jährigen äußern das nur noch 67% und bei den 14 bis 21 jährigen nur mehr 49%.
 „Für die Kirche“, so Bingener, „gewinnen die Befunde an Dramatik, weil vieles für die Unumkehrbarkeit und Potenzierung dieser Prozesse spricht . . . stoppen oder gar umkehren lassen wird sich die Erosion der Mitgliedschaft, das ist in Anbetracht der Ergebnisse unabwendbar, auch durch größtes Bemühen nicht . . . die bisherige Erfahrung lehrt allerdings, dass es in Teilen der Führung der evangelischen Kirche keine Scheu gibt, hartnäckig an den empirischen Kenntnissen vorbei zu arbeiten.“
Diese defaitistische Schlussfolgerung von Bingener mag richtig sein, wenn sich die Erstverantwortlichen für den Glauben – bei den Katholiken sind das die Bischöfe – wie Konkursverwalter verhalten. Die Kirchengeschichte widerlegt jedoch diese Behauptung von der „Unumkehrbarkeit“ der Entwicklung. Richtig ist: Glauben kann man nicht machen, wohl aber kann man sich um gute Voraussetzungen für eine Neuevangelisierung bemühen. Weil dafür  wenig geschieht, setzt sich der Abwärtstrend fort. So finden sich auch für den katholischen Bereich ähnliche Feststellungen wie bei den Protestanten: „Die christlichen Kirchen müssen nach Einschätzung von Wissenschaftlern selbst bei intensiven Reformbemühungen weiter mit sinkenden Mitgliederzahlen rechnen. ,Der Mitgliederschwund ist nahezu unaufhaltsam' , erklärte der Religionssoziologe Detlef Pollak“ (KathNet, 02.11.13) Der Leiter des Augsburger Gebetszentrums, Dr. Johannes Hartl, stellte fest: „Die Krise der Kirche ist eine gewaltige Chance der Bekehrung.“ Auch Hartl geht davon aus, dass die Volkskirche stirbt. Er sieht dafür aber andere Gründe als Pollak: „Wenn die Leiter der Kirche jetzt die Zeichen erkennen, werden sie nicht 90% ihrer Kraft verwenden, um Strukturen zu stützen, die sich schon mittelfristig erübrigen werden, sondern ihr Geld, ihre Kreativität und ihre immensen personellen  Möglichkeiten nutzen, an etwas Zukunftsfähigen zu bauen. Leider sehe ich die Bereitschaft zu solch innovativem Denken noch nicht an vielen Stellen.“ (12.02.2014 KathNet)


Hinsichtlich der Neuevangelisierung gewinnt man im katholischen Deutschland den Eindruck: Was an Anregungen aus Rom kommt, wird weit hin negiert. Was man selber will, wir nicht deutlich und ebenso wenig, ob man überhaupt wollen will. Dabei liegen einige Voraussetzungen für die Neuevangelisierung auf der Hand:
Wenn man nicht schätzen kann, was man nicht kennt und seit Jahrzehnten bekannt ist, dass der Religionsunterricht nach acht bis neun Jahren nicht einmal dazu führt, dass die Schulabgänger die Grundelemente ihres Glaubens vermittelt bekommen, sind Korrekturen überfällig.
Wenn ferner bekannt ist, dass die Kinder von ihren Eltern immer weniger in den Glauben eingeführt werden, dann muss auch die Ehevorbereitung neu konzipiert und geordnet werden.

Trotz der genannten Defizite und Versäumnisse gibt es „missionarischen Funkenflug“ z.B. in der Nightfeverbewegung. Sie nahm ihren Anfang auf dem Weltjugendtag 2005 in Köln, als es erstmalig bei einer Vigil eine Eucharistische Anbetung mit Beichte für die Jugend gab. Inzwischen breitet sich Nightfever rasch aus. Vom 16. bis 18. März trafen sich in Fulda 170 begeisterte Jugendliche aus dem gesamtdeutschen Sprachraum zu einem Internationalen Nightfeverwochenende. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sieht in der Nightfeverbewegung ein neues Pfingsten. In seiner Predigt sagte der Bischof: „Ich setze auf euch, dass ihr der neue Anfang seid. Unsere Kirche braucht euch. Helft auch uns Bischöfen, Dinge zu sehen, die wir sonst übersehen. Das ist eure Aufgabe. Nur so könnt ihr helfen, dass das österliche Licht in unsere Kirche aufbricht“.


Quelle: Der Fels – Katholisches Wort in die Zeit – 45. Jahr – Mai 2014

Dienstag, 8. August 2017

Christentum und Gender sind komplett unvereinbar

Der Autor auf der "Demo für Alle" am 25. Juni 2017 in Wiesbaden
Mathias von Gersdorff

In den letzten Wochen hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) etliche Veranstaltungen des LSBTTIQ-Milieus unterstützt. 

Hier einige Beispiele: Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat die Schirmherrschaft des „Christopher Street Days“ (CSD) in Stuttgart übernommen. (Der CSD ist eine Art Polit-Parade der Homo-Lobby, in der sie ihre politischen Anliegen manifestiert. Zum Teil treten dort Personen halbnackt oder in grotesker Verkleidung auf). Zum CSD in Berlin, dem größten Deutschlands, sandte die EKD einen doppelstöckigen LKW. Superintendent Bertold Höcker trug um den Hals eine pinke Federboa. Ein Trompeter spielte fast nackt auf dem Wagen. Auf dem CSD trat die EKD mit einer 142 Quadratmeter großen Regenbogenfahne auf. Frankfurt liegt im Territorium der „Evangelischen Kirche Hessen-Nassau“, die seit vielen Jahren für Gender und Anliegen der LSBITIQ-Lobby eintritt. Auch in Oldenburg trat die Evangelische Kirche dieses Jahr zum ersten Mal auf.

Bekanntlich hat die Leitung der EKD jubiliert, als der Bundestag am 30. Juni 2017 das Ehegesetz für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat.

Solche Vorkommnisse beschränken sich nicht nur auf die EKD. Auch schleichen sich Gender und die LSBTTIQ-Ideologie langsam in die katholische Kirche ein. So hat beispielsweise die Diözese Rottenburg-Stuttgart den CSD Freiburgs auf ihrer Facebook-Seite beworben. Laiengruppen, wie etwa der „Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ)“, treten seit Jahren für Gender ein und unterstützen die politischen Forderungen der Homo-Lobby. In anderen katholischen Milieus versuchen sog. Reformkatholiken, eine Art Gender-light populär zu machen, das aber auch die Kernthesen des Hardcore-Genders beinhaltet.

Viele Gläubige sind über die massive Zurschaustellung der Sympathien der EKD und mancher Reformkatholiken für die Anliegen der Homo-Lobby verärgert und sind deshalb irritiert und protestieren. Viele weitere sind verwirrt und fragen sich, ob sich das Christentum dieser neumodischen Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ oder dem Genderismus öffnen soll.

Die einzige Antwort darauf ist ein klares NEIN! Christentum und Gender bzw. die Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ sind inkompatibel und sogar diametral entgegengesetzt. 

Hier sollen die wichtigsten Gründe dafür angegeben werden:

1. Gender geht von der Annahme aus, die Geschlechter seien soziale und kulturelle Konstruktionen. Auch die Vorstellung, es gebe nur Männer und Frauen, sei von der Gesellschaft vorgegeben. Entsprechend der Gender-Ideologie gibt es eine Vielzahl von sexuellen Orientierungen.

Gemäß der christlichen Schöpfungsordnung hat Gott Mann und Frau erschaffen und sonst nichts. Wenn ein Mann sich sexuell zu einem anderen Mann hingezogen fühlt, ist er nach wie vor ein Mann und gehört zu keiner der tausenden sexuellen Orientierungen an, die die Gender-Ideologen inzwischen erfunden haben.

Diese Polarität ist das Kernmerkmal der christlichen Anthropologie (Sicht bzw. Wissenschaft des Menschen), denn Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Aufgrund dieser Tatsache ist der Mensch überhaupt fähig, eine [übernatürliche] Beziehung zu Gott zu pflegen und damit überhaupt eine Religion zu haben und zu praktizieren. Dies macht den Menschen wesenhaft anders als die anderen Geschöpfe Gottes. 

Die Polarität Mann-Frau ist also auch ein Bild des Wesens Gottes. Wird diese Polarität also verneint, so wird nicht nur die christliche Anthropologie abgelehnt, sondern auch das christliche Gottesbild.

2. Die Gender-Ideologie besagt, dass der Mensch sich selbst seine Identität bzw. seine Persönlichkeit gibt. Das bedeutet, jemand kann der Auffassung sein, er sei 50 Prozent Frau und 50 Prozent Mann oder ein Mann kann der Auffassung sein, er sei eine Frau etc. Mit anderen Worten: Die Natur wird nicht als gegeben angesehen, sondern ist im Grunde eine menschliche Schöpfung.

Zur christlichen Grundhaltung gehört jedoch, dass der Einzelne sich Gottes Schöpfung unterwirft und diese annimmt, so wie sie Gott vorgibt. Diese Grundhaltung nennt man Demut. Sie ermöglicht dem Menschen, die Wahrheit und damit auch die Realität so anzunehmen, wie sie ist. Die gegenteilige Haltung ist der Hochmut, die den Menschen zur Auflehnung gegen Gottes Schöpfung verführt.

Im Falle von Gender haben wir es mit einem Hochmut zu tun, der den Menschen sogar dazu bringt, seine eigene Natur abzulehnen und darüber hinaus der Meinung zu sein, er könne sich seine eigene Natur entsprechend seiner Fantasie basteln.

Wer so denkt, ist unfähig, die christliche Botschaft anzunehmen. Sollte eine Person mit der Gender-Mentalität eine Religion annehmen, so würde er den Pantheismus wählen, also die Religion, die der Auffassung ist, die gesamte Schöpfung – inklusive des Menschen – sei eine Gottheit. In dieser ist das Sein in ständiger Bewegung. 

Auf die menschliche Identität bzw. die menschliche Geschlechtlichkeit übertragen würde das bedeuten, dass der Mensch keine festgelegte Persönlichkeit ist, sondern sich ständig wandelt - inklusive seiner Sexualität.

Der christliche Gott ist aber ein persönlicher Gott, dem wir als Menschen und erschaffene Kreaturen gegenüberstehen. Von Gott wird der Mensch als Einzelner behandelt: Jeder Mensch ist eine einzigartige Schöpfung Gottes. Weil Gott uns erschaffen hat, gehören wir zu ihm und schulden ihm Gehorsam. Diesen Gehorsam zu praktizieren besteht in der Achtung des göttlichen Gesetzes, welches in den Zehn Geboten zusammengefasst ist.

3. Überflüssig zu sagen, dass für den Gender-Menschen die Befolgung der Zehn Gebote unnötig und sogar unmöglich ist. 

Die ersten drei Gebote erläutern die Pflichten des Menschen gegenüber Gott, der ein persönlicher Gott ist. Sie ordnen sozusagen die Beziehung zwischen den Menschen zu Gott in einem Verhältnis von Person zu Person. Gender verneint schon die Existenz einer eindeutigen Person, die zudem nach Gottes Ebenbild erschaffen ist.

Ebenso sind die Gebote 6 und 9, die das Geschlechtsleben ordnen, für einen Gender-Menschen unmöglich zu befolgen bzw. sogar sinnlos. Diese Gebote besagen, dass praktizierte Geschlechtlichkeit nur einen Platz in der Ehe haben soll. Die Ehe aber hat für einen Gender-Menschen, der gar nicht an die Existenz von Mann und Frau glaubt, keine Bedeutung. Die Ehe ist für den Gender-Menschen auch eine beliebige soziale oder kulturelle Konstruktion, die der Mensch nach Gutdünken verändern kann, wie jüngst in Deutschland mit der Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare geschehen.

Auch das 8. Gebot können Gender-Menschen nicht befolgen (Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen), denn die Gender-Ideologie hat eine Unwahrheit (Mann und Frau gibt es nicht, es existiert eine „sexuelle Vielfalt“) als Grundlage und ist damit eine komplette Lüge.

Fazit: Die Gender-Ideologie leugnet die grundlegenden Wahrheiten des Christentums und kann deshalb nur existieren, wenn sie das Christentum bekämpft. Christentum und Gender-Ideologie stehen in unversöhnlicher Feindschaft gegeneinander.

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