Samstag, 24. Februar 2018

Die Kirche ist das Heilmittel für die gegenwärtige Zivilisation

Wie die Weisheit des Christentums in keine Seele einkehrt, ohne sie besser zu machen, so dringt sie auch in keine Staatsverwaltung ein, ohne einen friedlicheren, ruhigeren Zustand sofort herbeizuführen. Mit dem Begriffe eines für alle sorgenden, allweisen, unendlich gütigen und gerechten Gottes weckt es im Gewissen das Pflichtgefühl, mildert es die Bitterkeit der Leiden, besänftigt es den Zorn und regt es zu heldenmütigen Taten an. Wenn es die heidnischen Völker von Grund aus umzuwandeln vermochte, sie vom völligen Untergange zum Leben zurückrief, wenn es die Barbarei zurückdrängte, wohin es nur seinen Fuß setzte, so wird es in gleicher Weise die durch den Abfall zerrütteten Völker, die zum Christentum zurückkehren, wieder auf die Bahn der Ordnung zurückgeleiten.
 
Aus der Enzyklika "Annum ingressi sumus" von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Dienstag, 30. Januar 2018

Das Ende des Frühstücks



Das Ende des Frühstücks, 
1879 - Auguste Renoir

Das Frühstück im Freien, in einem blühenden Garten, ist beendet. Auf dem mit einer weißen Decke gedeckten Tisch stehen nur noch die Kaffeetassen und die Karraffen. Es ist der Moment  für ein Glas Likör, das eine der Damen in der Hand hält. Die Details der charmanten Garderobe ziehen den Blick auf sich an.
Die Frau des Malers, die Renoir gerne in seine Gemälde einfügte, ist die junge Dame in Schwarz, mit einer großen Seidenschleife am Hals.
Das Vergnügen einer eleganten Mahlzeit und einer guten Freundschaft spiegelt sich in den Gesichtern wider. Das Bild, das so angenehm zu betrachten ist, strahlt eine "douceur de vivre", ein Gefühl des Glücks und der Harmonie aus.

Bischof Antônio Marto vergleicht die Botschaft von Fatima mit biblischen Prophezeiungen

 
Bischof von Leiria-Fátima, Dom António Marto. Foto: Santuário de Fátima

Der Prälat glaubt, dass die Erscheinungen von Fatima zu einem bestimmten Zeitpunkt geschehen sind, aber ihr Reichtum erstreckt sich weiter bis in unsere Zeit hinein.

S. Exz. António Marto, Bischof von Leiria-Fatima, machte im Rahmen des 24. Internationalen Mariologischen Kongresses (2016), eine Betrachtung unter dem Titel „Die Botschaft von Fatima: Aktualität und Auswirkungen“, in der er sagte, 

„Fatima sei ein Phänomen, das enthüllt und sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat und zu einem Bezugspunkt und unverzichtbarer Ausbreitung für die Geschichte der Kirche und der Menschheit“ geworden sei.

„Dieses Ereignis wurde von einem starken Appell begleitet, sich nicht mit der Banalität und Unvermeidlichkeit des Bösen abzufinden: Mit der Umkehr des Herzens zu Gott durch Gebet und Sühne für Sünden der Menschen ist es möglich, das Böse zu überwinden“, erklärte der Prälat.

Der Bischof von Leiria-Fatima sagte auch, dass das Fatima-Phänomen „das gesamte zwanzigste Jahrhundert einschließt“, das „wahrscheinlich das grausamste und blutigste Jahrhundert in der Geschichte der Menschheit gewesen ist.“

„In dieser tragischen Situation erschien die Jungfrau Maria in Fatima mit einer Botschaft des Friedens, und einem Lichtstrahl der Hoffnung für die Kirche und für die Welt.“
Bischof António Marto erklärte, dass‚ „die Bedeutung der Botschaft von Fatima heute noch genau so gültig ist, wie die biblischen Prophezeiungen, die in einem spezifischen Moment der Geschichte geschrieben wurden, dessen Reichtum aber nicht nur diesem Augenblick gehörte, aber weiterhin offen für Gottes Zukunft und für die Freiheit der Menschen blieb.“

„So hat auch Fatima eine dauerhafte Bedeutung: Es ist ein Symbol, dass wirklich die Gefahren und Risiken des zwanzigsten Jahrhunderts zusammenfasst und widerspiegelt und erfleht zur Rettung aus diesen Gefahren. In dieser Hinsicht bilden die charakteristischen Fatima-Andachten ein theologisches und geistiges Bild, die sich durch ein logisches und einzigartiges Band verbinden.

Der Bischof von Leiria-Fatima, brachte diese Überlegungen in einen Vortrag im Rahmen des 24. Internationalen Mariologischen Kongress, der in dieser Woche im Heiligtum von Fatima stattfand.

Quelle: Newsletter Santuário de Fátima, 2016/38 - 10. September 2016


Sonntag, 28. Januar 2018

Mädchenschule in der Bretagne

Mädchenschule in der Bretagne, 1882
Jecan-Baptiste Jules Trayer
Aquarell auf Papier, Privatsammlung - Foto: commons.wlkimedia.fr

Dieses Aquarell von Jules Trayer ist von großer Lebendigkeit. Das Licht und die Landluft dringen durch das große offene Fenster herein. Im Hintergrund schmücken Karten die Wand; rechts sehen wir ein Kreuz; im Vordergrund erhebt sich der Kirchenstuhl auf drei Stufen.
In der Mitte der Klasse neigt sich die Lehrerin zu einer Schülerin, um ihr das Eintragen der Buchstaben ins Heft zu zeigen. Die Ergebenheit jener, die über das Wissen verfügt, die lehrt, die auf jene Rücksicht nimmt, die lernen, verdient Bewunderung und Respekt. Der Maler unterstreicht übrigens in fröhlicher Art diesen mütterlichen Übereifer, indem er eine Henne und ihre Küken darstellt, die um einen Pausenkorb herum Nahrung suchen.
Von den Kindern, die wie junge Frauen gekleidet sind, mit ihren Hauben, ihren Schürzen und ihren Pantoffeln, hat jedes Einzelne bereits seine eigene Persönlichkeit. Eine Kleine schläft friedlich, den Kopf auf ihre Hände gelegt; eine andere hebt ein Tuch vom Boden auf; hinten wird ein bisschen getratscht ... Durch diesen Unterricht werden sie zu starken, ausgeglichenen Menschen, die in der Lage sind, den Schwierigkeiten des Lebens zu trotzen.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“

von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, März 2015)

Freitag, 26. Januar 2018

Die Kirche Saint-Philippe-du-Roule

Die Kirche Saint-Philippe-du-Roule, 1870
Jean Beraud
Metropolitan Museum of Art, New York City / Foto: commons.wikimedia.org

In der Kirche Saint-Philippe-du­ Roule, Rue du Faubourg-Saint-Honoré, Paris, ist die Messe zu Ende. Die Fahrbahn ist noch nicht gepflastert, um die Fahrt mit Pferdekutschen zu erleichtern. Der Himmel ist grau und in diesem Wintermonat hält man sich nicht gerne lange auf der Straße auf.
Im Vordergrund ein kleines Mädchen, das in einen kuscheligen Mantel gehüllt, seine Mutter an der Hand hält. Beide wollen gerade die Straße überqueren. Etwas weiter hinten, in Hellblau, ein Dienstmädchen. Daneben ein Mann, der seinen Hut zieht, um eine Bekannte zu begrüßen.
Da und dort sehen wir den goldenen Rand eines Gebetbuches oder die Knöpfe des Gehrocks der Kutscher hervorleuchten. Obwohl man sich in einem sehr eleganten Viertel befindet, zeigt sich eine harmonische Mischung der sozialen Klassen. Die Anerkennung der Hierarchien und der legitimen Unterschiede, die Höflichkeit und die guten Manieren klassifizieren eine Gesellschaft, die überdies eine lebende Gemeinschaft bildet, wo jedes Mitglied seinen Platz und seine Rolle hat. Es gibt keine Eifersucht und keinen Neid auf jene, die mehr haben oder mehr sind.

(Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, FEBRUAR 2015)

Donnerstag, 25. Januar 2018

„Donum Scientiae“ — Die Gabe der Wissenschaft


Die e Personifikation der Wissenschaft hält in der Rechten ein akademisches Zepter und eine Schriftrolle, in der Linken ein Füllhorn mit Schriftrollen, Winkel, Zirkel, Kompass, Lorbeerzweig und Lot (Sinnbild für Genauigkeit und Exaktheit). Dies will sagen, dass die an den Universitäten gelehrten Wissenschaften in einem Füllhorn gesammelt sind, welches über die Menschen, zu ihrem Nutzen, ausgeschüttet werden kann. Vordergründig zeigt sich hier also die Wissenschaft als eine Gabe des Hl. Geistes zum Nutzen und Segen für die Menschheit.
Im Wort Wissenschaft steckt das Wort „Wissen“. Diese Gabe des Hl. Geistes richtet sich also gegen die Unwissenheit. Die Bedeutung geht jedoch noch tiefer: Im KKK 1831 wird als fünfte Gabe des Hl. Geistes das Wort „Wissenschaft“, durch das Wort „Erkenntnis“ wiedergegeben. So verstanden gibt diese Geistesgabe dem Menschen die richtige Erkenntnis, die nötige Einsicht, Gutes von Bösem zu unterscheiden. Nach dem hl. Bonaventura entspricht dieser Gabe die Vater-unser-Bitte „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“. Die richtige Erkenntnis führt nämlich zum richtigen Glauben und dieser leitet in die Ergebenheit, dass Gott alles richtig macht und sich deshalb daraus der Wunsch ergibt, dass das Richtige überall - im Himmel und auf Erden - seine Verwirklichung finde. Auch beim hl. Thomas von Aquin ist die Gabe der Wissenschaft die vom Glauben erleuchtete Vernunft, bzw. das richtige Erkennen durch die Vernunft, welches zur Beurteilung des Göttlichen erleuchtet ist. Der Glaube an die Existenz Gottes ist nicht vernunftwidrig, sondern kann durch diese Geistesgabe erkannt werden. Der Hl. Geist sorgt also für die Erkenntnis, dass sich Glaube und Vernunft nicht widersprechen.
Auf dem Sockel, zu Füßen der Personifikation der Wissenschaft, liegen Attribute des römischen Gottes Merkur. Es handelt sich um einen Caduceus (Merkurstab), einen Flügelhelm und einen prall gefüllten Geldbeutel. Diese Attribute weisen darauf hin, dass Merkur der Gott des Handels, der Reisenden und der Kaufleute war. Warum aber muss dann, wie es im unteren Text heißt, „Mercurii Wissenschafft vor der Zeit ist hoch gestiegen, Der Göttlich Wissenheit muss er doch unterligen“? Wie sieht der Gegensatz zwischen Merkur und der Gabe der Wissenschaft aus? Zu Merkurs Tätigkeit als Bote gehörte Klugheit, Beredsamkeit, Schnelligkeit, List und Verschmitztheit. So war Merkur auch der Gott der Redner. In diesem Sinne ist wohl Merkur hier zu sehen. Er steht hier für Rhetorik und Sophismus. Die Sophisten beanspruchten, jede Position argumentativ und dem Anschein nach logisch zwingend begründen zu können. Es kommt ihnen nicht darauf an, ob die Position absolut wahr ist. Wichtig ist nur, dass die Begründungen bzw. Folgerungen logisch sind. Demgegenüber sucht die Wissenschaft, als Gabe des Hl. Geistes, die Wahrheit durch alles, was dem Menschen durch Gott vorgegeben ist, führt zur Erkenntnis des wahren Gottes.
Auf dem Sockel zeigt sich in einem Wappenschild das Symbol des Planeten Merkur. (Dieses Symbol steht übrigens heute für Transgender.)
Noch ein Hinweis auf die Komposition: Das ganze Bild ist achsensymmetrisch angelegt. Bestimmend ist die Mittelsenkrechte, in welcher die Personifikation steht. Über ihrem Kopf sieht man sogar noch eine Vase, womit die Mittelsenkrechte überbetont wird. Diese Kompositionslinie teilt den Stich in zwei gegensätzliche Hälften: Im Hintergrund findet sich links die Natur mit Baum, Sträuchern und Wolken und rechts ein von Menschen geschaffenes, rissiges Monument aus Stein. Im Vordergrund findet sich links eine Art Balustrade mit geschwungenem Handlauf und rechts eine rechteckige Tafel, auf welcher in Geheimschrift steht: „Die Gabe der Wissenschaft“. A.E.

(Titelbild DER FELS August 2015)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de


Mittwoch, 24. Januar 2018

Die Kirche zu Brou


Die Kirche zu Brou (Bourg-en-Bresse, Frankreich) war das letzte Denkmal mittelalterlicher Kunst, der letzte Lichtstrahl der untergehenden gotischen Baukunst, die sich nicht länger im Kampfe gegen das wiederkehrende Heidentum, gegen die machtvoll hervorbrechende Renaissance halten konnte. Die Zeit der großen Dome hatten sich ausgegeben mit dieser entzückenden Frühgeburt, die ein Meisterwerk in ihrer Art bedeutet. Das Meisterwerk der Niedlichkeit, der gekünstelten Gefälligkeit. Aus ihm sprach schon die zerstreute, flatterhafte Seele des 16. Jahrhunderts. Das all zu helle Heiligtum vermochte nicht die zerstreute Seele zu sammeln.

Quelle: J. K. Huysmans, Die Kathedrale. Kurt Wolff Verlag A.G., München, 1923

Tympanon im Hauptportal

Lettner
Chor


Geschichte der Kirche (Quelle: Wikipedia)
Im Jahr 1504 starb der 24-jährige Herzog Philibert II. von Savoyen, auch Philibert der Schöne genannt, an den Folgen eines Jagdunfalls. Seine Frau, die gleichaltrige Margarete von Österreich, ließ daraufhin das kleine Kloster in Brou zu einer großen Abtei und zu einer Grablege für Philibert ausbauen.
Kirche und Kloster wurden im 16. Jahrhundert errichtet (von 1513 bis 1532). Obwohl Margarete weit entfernt am Hof von Mechelen in den Niederlanden residierte, kümmerte sie sich persönlich um den Bau und beschäftigte Baumeister, Glaskünstler, Holzbildhauer und Steinmetze. Die Bauherrin ließ die Kirche im aktuellen spätgotischen Stil errichten. Da damals bereits auch der antikisierende Stil der Renaissance möglich gewesen wäre, hat man früher in dieser Stilwahl den Ausdruck einer konservativen Haltung sehen wollen. In Wirklichkeit wurde der gotische Stil damals jedoch im Gegensatz zum wiederentdeckten antiken Stil als der moderne angesehen. Bei dem Werk übernahm man neueste zeitgenössische Weiterentwicklungen, wie sie in den Niederlanden und Frankreich gepflegt wurden. Um alte, negative Werturteile zu korrigieren, spricht man heute immer häufiger in solchen Fällen von Renaissancegotik.


Bilder: Von Jochen Jahnke aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12221505