Donnerstag, 9. November 2017

Erzherzog Karl - Ein Feldherr

(5. September 1771 bis 30. April 1847.)


Florenz ist der Geburtsort dieses deutschen Fürsten. Sein Vater war der Großherzog Peter Leopold von Toskana, Sohn der Kaiserin Maria Theresia, seine Mutter Maria Ludovika, Tochter des Königs Karl III. von Spanien. Der glücklichen Ehe entsprossen 16 Kinder. Das fünfte der Kinder war Erzherzog Karl.

Schon von früher Jugend an zeigte er für alles Interesse, was mit dem Kriegswesen zusammenhing. In Wien vertiefte er sich immer mehr in das Studium der Kriegswissenschaften, die er bald praktisch verwerten sollte. In dem Kriege, den Frankreich gegen das damals österreichische Belgien führte, gewann er in den Jahren 1793 und 1794 mehrere entscheidende Schlachten.

Anfangs April 1796 reiste Erzherzog Karl als ernannter Oberbefehlshaber von Wien zur Armee am Niederrhein ab. Er gewann mehrere Schlachten am Rhein und auch im heutigen Bayern.

Erzherzog Karl konnte auf seinen Lorbeeren ruhen. Aber seine Gesundheit hatte arg gelitten. Doch kehrte er neugestärkt von den Heilquellen bei Töplitz nach Prag zurück.

Gegen Ende des Jahres 1798 entbrannte der Kampf aufs neue. Im Gefecht bei Osterach (21. März 1799), sowie in der Schlacht bei Stockach (25. März) siegte der tüchtige Feldherr über feinen alten Gegner Jourdan.



Den herrlichen Lorbeer in feinem Ruhmeskranze flocht sich Erzherzog Karl in der denkwürdigen Schlacht bei Aspern am 21. und 22. Mai 1809. Wie es zum Sturm geht, hört man die Worte: "Fürs Vaterland! Mutig vorwärts!" Erzherzog Karl ist's, der eben herbeigesprengt, sie gesprochen. Da ruft Hauptmann Murrmann: "Tausend Leben für unsern Erzherzog! Mir nach", und ritt den Truppen voran... Und der Sieg gelang. Zum ersten Mal hatte Napoleon eine Niederlage in Deutschland erlitten. Der Zauber feiner Unüberwindlichkeit war gelöst. Für die österreichischen Heere war der Sieg eine große Epoche des Ruhmes und des inneren Kraftgefühls. Selbst Napoleon muss dem edlen Generalissimus seine Anerkennung zollen.


Nach dem Waffenstillstand vom 7-12. Juli 1809 trat Erzherzog Karl in den stillen Kreis des Privatlebens zurück. Am 17. September 1815 vermählte er sich mit der Prinzessin Henriette, Tochter des Herzogs Friedrich Willhelm von Nassau. Die Ehe wurde mit 7 Kindern gesegnet.

Erzherzog Karl Starb am 30. April 1847. Am 4. Mai wurde seine irdische Hülle mit den üblichen Trauerfeierlichkeiten in der Kaisergruft des Kapuzinerklosters zu Wien bestattet. Kaiser Ferdinand I. befahl, sein Degen solle im kaiserlichen Zeughause bei jenen der größten Feldherren aufbewahrt werden, und der Name "Erzherzog Karl" die beiden Regimenter, die ihn bei Lebzeiten des Helden getragen, für alle Zeiten schmücken. Die Religiosität des hohen Verblichenen erhellt aus folgendem Artikel, den wir aus den katholischen Blättern aus Tirol (im Mai 1847) entnehmen.

Als der 76jährige Kriegsheld, der durchlauchtigste Herr Erzherzog Karl Ludwig von Österreich, dieser ritterliche Prinz ohne Furcht und Tadel, infolge einer plötzlich eingetretenen Rippenfellentzündung am 26. April 1847 auf sein Kranken- und Sterbelager verwiesen wurde, ging seine erste Sorge dahin, sich nach einer himmlischen Arznei umzusehen und sich durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente mit seinem Gott und Herrn, dem Lenker feiner einstigen Schlachten und Siege, auf das innigste zu verbinden, dass ihm bei dem bevorstehenden heißen und letzten Kampfe der Sieg gelänge.

Schon vor Jahren und oft wiederholt hatte er seinen würdigen Beichtvater - Herrn Wilhelm Sedlaczek - ernstlich gemahnt und gebeten, ihn, wenn anders Gottes Barmherzigkeit es so in seine Macht lege, ja das letzte Mal des Himmels nicht zu spät erinnern. "Vor allem wollen es Ew. Hochwürden mir nicht verhehlen, wenn die Stunde meines Dahinscheidens, die andere oft besser sehen, sich zu nahen scheint!" sprach der alte Krieger gar oft in seinen auch noch ganz gesunden Tagen. "Sagen sie dann nur", setzte er gewöhnlich ganz heiter hinzu: "Auf, alter Soldat! es wird Zeit zum Einrücken."

Doch es trat die Notwendigkeit nicht ein, dieser vorsorgenden Mahnung nachzukommen, den hohen Kranken gemahnte es von selbst an sein Heil. Die erste Sehnsucht vom Krankenlager aus war nach dem Herrn und Heiland im heiligen Sakramente gerichtet, und erst dann, als dieser mit dem Troste des Himmels bei ihm eingekehrt war, streckten sich seine so liebreich väterlichen Arme nach seinen Kindern aus, die er alle so gern und noch einmal gesegnet hätte.

Als wir während der Stunden feines Todeskampfes abwechselnd in der kaiserlich königlichen Hofburgkapelle bei ausgesetztem hochwürdigsten Gut auf Anordnung des allerhöchsten Kaiserhauses für ihn beteten, und Referent sich eben zwischen der neunten und zehnten Stunde der Nacht vom 29. auf den 30. April auf jenen Betschemel zu knien anschickte, ging ihm noch das Ansuchen des durchlauchtigsten Sterbenden zu, von Gott, wenn es in seinem heiligen Willen gelegen sei, die Gnade zu erflehen, dass er die schon in jeder Minute erwartete Ankunft feiner beiden erzherzoglichen Söhne Ferdinand und Friedrich noch erlebe. Doch nur Ferdinand traf den sterbenden Vater noch lebend - sah noch, wie er feine Arme zum Segen aufbeben wollte, aber segnen konnte ihn nur mehr das eben brechende Herz. Um 4 Uhr morgens derselben Nacht war der gute Kampf ausgekämpft.



Text: „Das Ende großer Menschen“ von AntonSteeger, Regensburg 1915
Bilder aus Wikipedia, Stichwort „Karl von Österreich-Teschen“






Lateranbasilika: „Tempel der Liebe“



Benedikt XVI.: Lateranbasilika ist ein „Tempel der Liebe“
Beim Angelusgebet an diesem Sonntag erinnerte der Papst an das Weihefest der Mutterkirche Roms, der Lateranbasilika. Diese Basilika sei ein "Tempel der Liebe", sagte der Papst. Deshalb fordert er alle katholischen Gemeinden auf, "ihre Kirchen und Gottesdienststätten mit Sorgfalt zu pflegen." Sie bildeten ein wertvolles religiöses und historisches Erbe, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Festtag der Lateranbasilika sei deshalb ein Anlass, über die rechte Weise nachzudenken, Gott ein Haus zu bauen. Dazu sagte Benedikt XVI.:
"Die Kirche begeht heute den Weihetag der Lateranbasilika, die als Kathedrale des Bischofs von Rom den Titel "Mutter und Haupt aller Kirchen" trägt. Dieses Fest erinnert uns daran, dass Gott selbst es ist, der Sein Volk zusammenruft und aus lebendigen Steinen Seine Kirche aufbaut.
Kaiser Konstantin schenkte im Jahre 342 der Kirche in Rom das Gebiet des heutigen Lateran und ließ darauf eine Basilika errichten. Nach Verwüstungen und Zerstörungen durch Erdbeben und Brände wurde die Kirche 1726 neu erbaut. Der Kirchweihtag der Lateranbasilika ist der 9. November.(rv) 09.11.08

Sonntag, 5. November 2017

Weite holländische Landschaft


 Weite holländische Landschaft (ca. 1867)
Jan Evert Morel II 

Wenn man eine weite Landschaft von einem höher gelegenen Punkt betrachtet, bietet sich die Möglichkeit, das öffentliche Interesse zu berücksichtigen. Wir sehen, alle Bausteine der vor uns ausgebreiteten Gemeinschaft: die Landwirtschaft, die die Menschen ernährt, das Dorf, wo die Menschen leben, die Kirche, wo Menschen zusammenkommen, um zu beten.

Über die Straßen und das Wasser, hat die Gemeinde Verbindung zu anderen Regionen. Auf einem Hügel stehen immer noch die Ruinen der Burg des ehemaligen Landesherrn, der das Land von hier aus regierte.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 - April
Stichting Civitas Christiana


Mittwoch, 1. November 2017

„Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“


Der Fels 1211

Das Titelbild entstammt dem Credo-Zyklus in der ehemaligen Klosterkirche in Ochsenhausen. Johann Georg Bergmüller entwarf ihn. Johann Joseph Anton Huber (1737-1815) setzte ihn in Farben um.

Auf dem Fresko ist der Glaubensartikel dargestellt: „Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Es ist nur eine Kirche, welche hier auf einem Felsen steht. Christus sagte: „Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,18). Auf Wolken erkennt man den auferstandenen Christus mit dem Kreuz, ihm gegenüber, die Gottesmutter, die mit ihren Armen auf die Kirche und den dreifaltigen Gott verweist. Hinter ihr ist der hl. Josef in einer anbetenden und demütigen Geste zu sehen.
Die Apostolizität der Kirche  wird im Paar der Apostelfürsten Petrus und Paulus — mit einem Schwert — angedeutet.
Im Licht Gottes erkennen wir die Personifikation der Kirche. Die Insignien, welche zur Kirche gehören und auf das Lehramt, Heiligungsamt und Leitungsamt hinweisen, sind das Evangelium (Buch), die Eucharistie (Hostienkelch) und das Papstum (Tiara, Papstkreuz, Schlüsselpaar). Die Kirche trägt eine Stola. Sie garantiert das in der Sukzession stehende Priestertum und die mit ihm untrennbar verbundene Liturgie. Das Schwert des Paulus weis nicht nur auf seinen Tod, sondern auch auf die „streitende“ Kirche hin, der immer das Schwert droht. Das Gebet der Kirche gilt auch der „leidenden“ Kirche (den armen Seelen im Fegefeuer), die gerade noch in der Höhe unter dem Papstkreuz erkennbar ist. Den Weg zur triumphierenden Kirche zeigen die Apostel, der hl. Josef und die Muttergottes.

(Titelbild DER FELS November 2012)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Winter in den Niederlanden


Winterliche Szene auf dem Eis (1641)
Jan van Goyen

Der See ist gefroren. Das ganze Gemeinschaftsleben, einschließlich des Hundes bewegt sich auf dem Eis. Es gibt eine starke verbindende Kraft dieses Geschehens. Von hoch zu niedrig: aus jeder Klasse.
Man trifft sich in einer gemeinsam geteilten Aktivität. Auffällig ist, dass einige spielen, während andere Menschen oder Waren über das Eis transportieren. Das Leben geht weiter. Die Fischer fischen, trotz Eis, und der Schütze wacht über die Ordnung, auch auf dem Eis.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 – Januar
Stichting Civitas Christiana

Freitag, 13. Oktober 2017

Rosenkranzpsalter



Im Münster St. Nikolaus in Überlingen am Bodensee steht in der östlichsten Kapelle der Südseite ein Rosenkranzpsalter. Er wurde wohl 1631 von Martin (um 1590 – nach 1665) und David (1598 – 1666) Zürn geschnitzt. Maria steht auf der Mondsichel (Ein Weib […] der Mond zu ihren Füßen, Off 12, 1) und trägt ihr Kind auf dem Arm. Sie hält ein Zepter, zwei Engel halten eine Krone über ihr Haupt und weitere vier huldigen ihr. Maria wird hier als Himmelskönigin gezeigt. Umgeben wir die von einem Kranz von 15 Medaillons. Jedes zeigt ein anderes Rosenkranzgeheimnis. Es beginnt oben mit der „Verkündigung“ (1. Gesätz des freudenreichen Rosenkranzes) und endet wieder oben mit der „Krönung Mariens“ (5. Gesätz des glorreichen Rosenkranzes). Untereinander sind die Medaillons mit jeweils 10 Perlen verbunden, entsprechend den 10 „Ave Marias“, welche man bei jedem Gesätz betet. Seitlich unten knien zwei Ordensgründer: der hl. Franziskus mit einem Kreuz in der Hand und der hl. Dominikus, dem Maria den Rosenkranz überreichte. Diese beiden Figuren wurden allerdings erst im 18. Jahrhundert geschnitzt und auf den Altar gestellt. Man kann den zeitlichen bzw. stilistischen Unterschied recht gut erkennen, wenn man den üppigen, tief geschnittenen, fast ornamental gehaltenen Faltenwurf von Mariens Gewand mit den eher körpernachzeichnenden Gewändern der beiden Heiligen vergleicht. Oben im Gebälk erkennt man noch die beiden Wappen der Stifterfamilien dieses Altares.  AE

(Titelbild DER FELS Oktober 2013)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Jagdsaison



Lieferung von Wild in den Vorratskeller, 1852

Hubertus van Hove (1814-1865)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

In diesem Oktober, Jagdsaison. kontrolliert die Frau des Hauses zusammen mit der Köchin den Korb mit Wild, der vom Markt geliefert wurde. Wir befinden uns im Vorratskeller eines bürgerlichen Wohnsitzes im 19.Jahrhundert. Der kleine Hund scheint sehr interessiert zu sein.
Hubertus van Hove lernte die Malerei teilweise von seinem Vater, mit dem er zusammen an einer Bühnenausstattung des Théâtre Royal in Den Haag arbeitete. Er begann mit Landschaftsmalerei, spezialisierte sich aber dann auf Innenansichten, womit er großen Erfolg hatte. Wie man hier erkennen kann, handelt es sich um Szenen, an denen der Künstler die Lichteffekte, die von außen hereinkommen, studiert.
Das Tageslicht, das aus einer Öffnung, die sich hinter dem Betrachter befindet, hereinkommt, beleuchtet die linke Wand, das Gemüse, das man auf die Anrichte gelegt hat, das Gefäß aus Kupfer zum Händewaschen, das Wild, das die Köchin auf dem kühlen Boden ausgebreitet hat und die Frau des Hauses, die abermals ihre liste überprüft. Diese Momentaufnahme des wahren Lebens im Alltag ist realistisch und beschaulich. Man ist weit entfernt vom verrückten Wettlauf um eine kybernetische und virtuelle Welt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - Oktober 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.