Dienstag, 15. August 2017

Maria Himmelfahrt


Das Gedenken an den Tod Mariens und damit auch an die Himmelfahrt Mariens war in der Kirche immer vorhanden. Frühe Belege dafür finden sich schon im vierten Jahrhundert in Syrien und im fünften Jahrhundert in Jerusalem. Wir feiern heute den großen Frauentag mit Kräuterweihe jedes Jahr am 15. August. Die künstlerische Darstellung der Himmelfahrt finden wir zumeist auf Gemälden. Die Barockzeit um 1700 bot mit ihrer Gestaltung des Altarraums zu großen Schaubühnen auch die Möglichkeit, ganze Gruppen von Statuen in den Hochaltar zu stellen. Dies ist in der Klosterkirche der Benediktiner in Rohr in Niederbayern in hervorragender Weise gelungen. Der Architekt und Bildhauer Egid Quirin Asam (1692-1750) zeigt dort wie die Muttergottes von Engeln getragen in den himmlischen Bereich empor schwebt. Die Muttergottesstatue ist das Zentrum des Hochaltars und das Zentrum der Kirche. Im unteren Teil des Hochaltars umstehen die staunenden Apostel das leere Grab. Die schwebenden Madonna ist das Glanzstück künstlerischer und technischer Leistung. „Das Kleid ist das einer Fürstin. Ihr fein geschwungener Körper, die Grazie der Bewegung, die feinen Hände, die Lieblichkeit des Gesichtes verraten königlichen Adel“ (Hausenstein). Ganz oben im Altar thront der Dreifaltige Gott — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott-Vater und Gott-Sohn halten zusammen die Krone bereit, mit der sie die Muttergottes zur Königin des Himmels krönen werden. Die indirekte Beleuchtung und die Farben Gold und Braun verstärken die festliche Atmosphäre.
Der Glanz dieser Barock-Kirche lässt den Betrachter ahnen, wie viel schöner der Himmel über den Wolken sein muss. Papst Pius XII. hat 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma bekräftigt, was in der Kirche schon immer geglaubt wurde. (Eduard Werner)

(Titelbild DER FELS August/September 2016)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 9. August 2017

„Die Kirche Christi hat immer Zukunft!“

Nach der Messe

Robert Spaemann

Reinhard Bingener hat in der FAZ die Ergebnisse der „neuen Mitgliederuntersuchung der EKD“ dargestellt („Erosion auf fast allen Ebenen“ 10.03.2014). Dabei handelt es sich um eine repräsentative Umfrage, die sich auf Kirchenmitglieder, aber auch auf Ausgetretene und Konfessionslose, die nie Kirchenmitglieder waren, erstreckt. Das Ergebnis bezeichnet Bingener mit „Stabilität des Abbruchs“. Was ist das Besondere und Neue das diese Untersuchung zu tage fördert, und warum ist das Ergebnis auch für Katholiken von Bedeutung? Vielleicht, dass es im „eigene Haus“ relativ günstiger aussieht, weil die Kirchenaustrittszahlen um 30% bis 40% niedriger liegen? Nein! Die festgestellten existenzgefährdenden Entwicklungen gelten auch für die katholische Kirche in Deutschland.
Beginnen wir mit der Begründung für die Kirchenaustritte. Die Kirchensteuer ist „in der Rangfolge ... deutlich zurückgefallen hinter der Feststellung: „Ich brauche keine Religion fürs Leben“. Die Aussage des Kirchenpräsidenten Peter Steinacker von 2006: „Der Kirchenaustritt wird primär kirchen- und nicht religionskritisch begründet“, ist überholt! „Konfessionslosigkeit“, ein „gefestigter Unglaube“ ist „zu einer  selbstverständlichen Option der Lebensführung in Deutschland geworden“.
Die geringere Bildungskraft der Kirchen hat nach dem Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD Gerhard Wehner nicht dazu geführt, dass „nicht institutionalisierte Frömmigkeit und Patchworkreligion“ zugenommen haben. Die Feststellung lautet: „Ohne religiöse Praxis und kirchliche Bindung erodiert auf die Dauer die Christliche Überzeugung . . .  wer sich einmal von der Kirche losgesagt hat, der entwickelt später nur selten spirituelle Sehnsüchte“. Die niedrige Zahl der Wiedereintritte in die Kirche belegt diese Aussage.
Da die religiöse Erziehung in der Kindheit von größter Bedeutung auch für die spätere religiöse Bindung ist. sind folgende Untersuchungsergebnisse für Westdeutschland nicht nur für die Protestanten, besorgniserregend: So sagen die über 66 Jahre alten Kirchenmitglieder zu 83%, sie seien religiös erzogen worden, bei den 30 bis 45 jährigen äußern das nur noch 67% und bei den 14 bis 21 jährigen nur mehr 49%.
 „Für die Kirche“, so Bingener, „gewinnen die Befunde an Dramatik, weil vieles für die Unumkehrbarkeit und Potenzierung dieser Prozesse spricht . . . stoppen oder gar umkehren lassen wird sich die Erosion der Mitgliedschaft, das ist in Anbetracht der Ergebnisse unabwendbar, auch durch größtes Bemühen nicht . . . die bisherige Erfahrung lehrt allerdings, dass es in Teilen der Führung der evangelischen Kirche keine Scheu gibt, hartnäckig an den empirischen Kenntnissen vorbei zu arbeiten.“
Diese defaitistische Schlussfolgerung von Bingener mag richtig sein, wenn sich die Erstverantwortlichen für den Glauben – bei den Katholiken sind das die Bischöfe – wie Konkursverwalter verhalten. Die Kirchengeschichte widerlegt jedoch diese Behauptung von der „Unumkehrbarkeit“ der Entwicklung. Richtig ist: Glauben kann man nicht machen, wohl aber kann man sich um gute Voraussetzungen für eine Neuevangelisierung bemühen. Weil dafür  wenig geschieht, setzt sich der Abwärtstrend fort. So finden sich auch für den katholischen Bereich ähnliche Feststellungen wie bei den Protestanten: „Die christlichen Kirchen müssen nach Einschätzung von Wissenschaftlern selbst bei intensiven Reformbemühungen weiter mit sinkenden Mitgliederzahlen rechnen. ,Der Mitgliederschwund ist nahezu unaufhaltsam' , erklärte der Religionssoziologe Detlef Pollak“ (KathNet, 02.11.13) Der Leiter des Augsburger Gebetszentrums, Dr. Johannes Hartl, stellte fest: „Die Krise der Kirche ist eine gewaltige Chance der Bekehrung.“ Auch Hartl geht davon aus, dass die Volkskirche stirbt. Er sieht dafür aber andere Gründe als Pollak: „Wenn die Leiter der Kirche jetzt die Zeichen erkennen, werden sie nicht 90% ihrer Kraft verwenden, um Strukturen zu stützen, die sich schon mittelfristig erübrigen werden, sondern ihr Geld, ihre Kreativität und ihre immensen personellen  Möglichkeiten nutzen, an etwas Zukunftsfähigen zu bauen. Leider sehe ich die Bereitschaft zu solch innovativem Denken noch nicht an vielen Stellen.“ (12.02.2014 KathNet)


Hinsichtlich der Neuevangelisierung gewinnt man im katholischen Deutschland den Eindruck: Was an Anregungen aus Rom kommt, wird weit hin negiert. Was man selber will, wir nicht deutlich und ebenso wenig, ob man überhaupt wollen will. Dabei liegen einige Voraussetzungen für die Neuevangelisierung auf der Hand:
Wenn man nicht schätzen kann, was man nicht kennt und seit Jahrzehnten bekannt ist, dass der Religionsunterricht nach acht bis neun Jahren nicht einmal dazu führt, dass die Schulabgänger die Grundelemente ihres Glaubens vermittelt bekommen, sind Korrekturen überfällig.
Wenn ferner bekannt ist, dass die Kinder von ihren Eltern immer weniger in den Glauben eingeführt werden, dann muss auch die Ehevorbereitung neu konzipiert und geordnet werden.

Trotz der genannten Defizite und Versäumnisse gibt es „missionarischen Funkenflug“ z.B. in der Nightfeverbewegung. Sie nahm ihren Anfang auf dem Weltjugendtag 2005 in Köln, als es erstmalig bei einer Vigil eine Eucharistische Anbetung mit Beichte für die Jugend gab. Inzwischen breitet sich Nightfever rasch aus. Vom 16. bis 18. März trafen sich in Fulda 170 begeisterte Jugendliche aus dem gesamtdeutschen Sprachraum zu einem Internationalen Nightfeverwochenende. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sieht in der Nightfeverbewegung ein neues Pfingsten. In seiner Predigt sagte der Bischof: „Ich setze auf euch, dass ihr der neue Anfang seid. Unsere Kirche braucht euch. Helft auch uns Bischöfen, Dinge zu sehen, die wir sonst übersehen. Das ist eure Aufgabe. Nur so könnt ihr helfen, dass das österliche Licht in unsere Kirche aufbricht“.


Quelle: Der Fels – Katholisches Wort in die Zeit – 45. Jahr – Mai 2014

Dienstag, 8. August 2017

Christentum und Gender sind komplett unvereinbar

Der Autor auf der "Demo für Alle" am 25. Juni 2017 in Wiesbaden
Mathias von Gersdorff

In den letzten Wochen hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) etliche Veranstaltungen des LSBTTIQ-Milieus unterstützt. 

Hier einige Beispiele: Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat die Schirmherrschaft des „Christopher Street Days“ (CSD) in Stuttgart übernommen. (Der CSD ist eine Art Polit-Parade der Homo-Lobby, in der sie ihre politischen Anliegen manifestiert. Zum Teil treten dort Personen halbnackt oder in grotesker Verkleidung auf). Zum CSD in Berlin, dem größten Deutschlands, sandte die EKD einen doppelstöckigen LKW. Superintendent Bertold Höcker trug um den Hals eine pinke Federboa. Ein Trompeter spielte fast nackt auf dem Wagen. Auf dem CSD trat die EKD mit einer 142 Quadratmeter großen Regenbogenfahne auf. Frankfurt liegt im Territorium der „Evangelischen Kirche Hessen-Nassau“, die seit vielen Jahren für Gender und Anliegen der LSBITIQ-Lobby eintritt. Auch in Oldenburg trat die Evangelische Kirche dieses Jahr zum ersten Mal auf.

Bekanntlich hat die Leitung der EKD jubiliert, als der Bundestag am 30. Juni 2017 das Ehegesetz für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat.

Solche Vorkommnisse beschränken sich nicht nur auf die EKD. Auch schleichen sich Gender und die LSBTTIQ-Ideologie langsam in die katholische Kirche ein. So hat beispielsweise die Diözese Rottenburg-Stuttgart den CSD Freiburgs auf ihrer Facebook-Seite beworben. Laiengruppen, wie etwa der „Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ)“, treten seit Jahren für Gender ein und unterstützen die politischen Forderungen der Homo-Lobby. In anderen katholischen Milieus versuchen sog. Reformkatholiken, eine Art Gender-light populär zu machen, das aber auch die Kernthesen des Hardcore-Genders beinhaltet.

Viele Gläubige sind über die massive Zurschaustellung der Sympathien der EKD und mancher Reformkatholiken für die Anliegen der Homo-Lobby verärgert und sind deshalb irritiert und protestieren. Viele weitere sind verwirrt und fragen sich, ob sich das Christentum dieser neumodischen Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ oder dem Genderismus öffnen soll.

Die einzige Antwort darauf ist ein klares NEIN! Christentum und Gender bzw. die Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ sind inkompatibel und sogar diametral entgegengesetzt. 

Hier sollen die wichtigsten Gründe dafür angegeben werden:

1. Gender geht von der Annahme aus, die Geschlechter seien soziale und kulturelle Konstruktionen. Auch die Vorstellung, es gebe nur Männer und Frauen, sei von der Gesellschaft vorgegeben. Entsprechend der Gender-Ideologie gibt es eine Vielzahl von sexuellen Orientierungen.

Gemäß der christlichen Schöpfungsordnung hat Gott Mann und Frau erschaffen und sonst nichts. Wenn ein Mann sich sexuell zu einem anderen Mann hingezogen fühlt, ist er nach wie vor ein Mann und gehört zu keiner der tausenden sexuellen Orientierungen an, die die Gender-Ideologen inzwischen erfunden haben.

Diese Polarität ist das Kernmerkmal der christlichen Anthropologie (Sicht bzw. Wissenschaft des Menschen), denn Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Aufgrund dieser Tatsache ist der Mensch überhaupt fähig, eine [übernatürliche] Beziehung zu Gott zu pflegen und damit überhaupt eine Religion zu haben und zu praktizieren. Dies macht den Menschen wesenhaft anders als die anderen Geschöpfe Gottes. 

Die Polarität Mann-Frau ist also auch ein Bild des Wesens Gottes. Wird diese Polarität also verneint, so wird nicht nur die christliche Anthropologie abgelehnt, sondern auch das christliche Gottesbild.

2. Die Gender-Ideologie besagt, dass der Mensch sich selbst seine Identität bzw. seine Persönlichkeit gibt. Das bedeutet, jemand kann der Auffassung sein, er sei 50 Prozent Frau und 50 Prozent Mann oder ein Mann kann der Auffassung sein, er sei eine Frau etc. Mit anderen Worten: Die Natur wird nicht als gegeben angesehen, sondern ist im Grunde eine menschliche Schöpfung.

Zur christlichen Grundhaltung gehört jedoch, dass der Einzelne sich Gottes Schöpfung unterwirft und diese annimmt, so wie sie Gott vorgibt. Diese Grundhaltung nennt man Demut. Sie ermöglicht dem Menschen, die Wahrheit und damit auch die Realität so anzunehmen, wie sie ist. Die gegenteilige Haltung ist der Hochmut, die den Menschen zur Auflehnung gegen Gottes Schöpfung verführt.

Im Falle von Gender haben wir es mit einem Hochmut zu tun, der den Menschen sogar dazu bringt, seine eigene Natur abzulehnen und darüber hinaus der Meinung zu sein, er könne sich seine eigene Natur entsprechend seiner Fantasie basteln.

Wer so denkt, ist unfähig, die christliche Botschaft anzunehmen. Sollte eine Person mit der Gender-Mentalität eine Religion annehmen, so würde er den Pantheismus wählen, also die Religion, die der Auffassung ist, die gesamte Schöpfung – inklusive des Menschen – sei eine Gottheit. In dieser ist das Sein in ständiger Bewegung. 

Auf die menschliche Identität bzw. die menschliche Geschlechtlichkeit übertragen würde das bedeuten, dass der Mensch keine festgelegte Persönlichkeit ist, sondern sich ständig wandelt - inklusive seiner Sexualität.

Der christliche Gott ist aber ein persönlicher Gott, dem wir als Menschen und erschaffene Kreaturen gegenüberstehen. Von Gott wird der Mensch als Einzelner behandelt: Jeder Mensch ist eine einzigartige Schöpfung Gottes. Weil Gott uns erschaffen hat, gehören wir zu ihm und schulden ihm Gehorsam. Diesen Gehorsam zu praktizieren besteht in der Achtung des göttlichen Gesetzes, welches in den Zehn Geboten zusammengefasst ist.

3. Überflüssig zu sagen, dass für den Gender-Menschen die Befolgung der Zehn Gebote unnötig und sogar unmöglich ist. 

Die ersten drei Gebote erläutern die Pflichten des Menschen gegenüber Gott, der ein persönlicher Gott ist. Sie ordnen sozusagen die Beziehung zwischen den Menschen zu Gott in einem Verhältnis von Person zu Person. Gender verneint schon die Existenz einer eindeutigen Person, die zudem nach Gottes Ebenbild erschaffen ist.

Ebenso sind die Gebote 6 und 9, die das Geschlechtsleben ordnen, für einen Gender-Menschen unmöglich zu befolgen bzw. sogar sinnlos. Diese Gebote besagen, dass praktizierte Geschlechtlichkeit nur einen Platz in der Ehe haben soll. Die Ehe aber hat für einen Gender-Menschen, der gar nicht an die Existenz von Mann und Frau glaubt, keine Bedeutung. Die Ehe ist für den Gender-Menschen auch eine beliebige soziale oder kulturelle Konstruktion, die der Mensch nach Gutdünken verändern kann, wie jüngst in Deutschland mit der Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare geschehen.

Auch das 8. Gebot können Gender-Menschen nicht befolgen (Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen), denn die Gender-Ideologie hat eine Unwahrheit (Mann und Frau gibt es nicht, es existiert eine „sexuelle Vielfalt“) als Grundlage und ist damit eine komplette Lüge.

Fazit: Die Gender-Ideologie leugnet die grundlegenden Wahrheiten des Christentums und kann deshalb nur existieren, wenn sie das Christentum bekämpft. Christentum und Gender-Ideologie stehen in unversöhnlicher Feindschaft gegeneinander.

Unterstützen Sie bitte die Aktion „Kinder in Gefahr“. Sie helfen uns die Öffentlichkeit über diesen Angriff auf unsere Kinder aufmerksam zu machen mit Ihrem "Like" unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/aktionkig/ 
Danke!

Freitag, 4. August 2017

Die Brautjungfer


Die Brautjungfer

- ca. 1883-85 -

James Tissot

Eine elegant gekleidete Brautjungfer bereite sich für den Einstieg in die Droschke vor, in der sich schon die Braut befindet, von der man nur ein Teil des Kleides sieht, welches Ende des 19. Jahrhunderts gewöhnlich in Farbe war. Der Bräutigam, in vornehmer und höflicher Haltung, hält den Saum des langen Brautkleides beiseite und über der jungen Dame einen Schirm. In der geschäftigen Straße bleiben einige stehen und schauen zu; ein Laufjunge oder Lehrling vorne rechts ruft, „es lebe die Braut!“ Der Charme und die Leutseligkeit, die aus dieser Szene hervorgehen, kommen nicht nur von der Schönheit der Kleider, sondern auch von dem zeremoniösen Umgang unter den Menschen in wichtigen Momenten des gesellschaftlichen Lebens. Die hier wiedergegebene Szene, ist noch aufgebaut auf die Institution der Familie, deren Fundament die unauflösliche Ehe ist.
Benoît Bemelmans 

Donnerstag, 3. August 2017

Die christliche Ehe ist unauflöslich


Das kirchliche Gesetzbuch sagt (C. 1141): „Die gültige und vollzogene Ehe, kann durch keine menschliche Gewalt und aus keinem Grunde, außer durch den Tod, aufgelöst werden.“
Diese bedingungslose Unauflöslichkeit der Ehe fordert Gott selber, das fordert die Kirche, das fordert die Natur.

1. Christus, Gottes eingeborener Sohn, verbietet eindeutig die Auflösung der Ehe. Einst traten Pharisäer zum Herrn und fragten: „Ist es dem Mann erlaubt, sein Weib zu entlassen?“ Er gab ihnen zur Antwort: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer im Anfang den Menschen als Mann und Weib geschaffen und gesagt hat: Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und hängt seinem Weib an, und die zwei werden ein Fleisch? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen!“ Da wandten die Pharisäer ein: „Weshalb hat dann Moses geboten, dem Weib den Scheidebrief auszustellen und es zu entlassen?“ Er entgegnete ihnen: „Wegen eurer Herzenshärte hat euch Moses erlaubt, eure Weiber zu entlassen: Im Anfang war es nicht so. Ich aber sage euch: Wer sein Weib entlässt und eine andere heiratet, begeht einen Ehebruch; und wenn ein Weib ihren Mann entlässt und einen anderen heiratet, begeht sie einen Ehebruch“ (Mt 19, 3-9; Mk 10, 2-19). Bei Lukas lesen wir das Wort des Herrn: „Wer sein Weib entlässt und eine andere heiratet, bricht die Ehe; und wer eine vom Mann Entlassene heiratet, bricht ebenfalls die Ehe“ (16,18). Ebenso heißt es bei Matthäus: „Es ist gesagt worden: Wer sein Weib entlassen will, stelle ihr einen Scheidebrief aus. Ich aber sage euch: Jeder, der sein Weib entlässt, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht sie zur Ehebrecherin, und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch“ (5,31).

Eindeutiger hätte der Herr nicht reden können. Aufs klarste und entschiedenste lehrt er die Unauflöslichkeit der Ehe, die fortdauernde Treuepflicht der Ehegatten. Nur im Falle eines Ehebruches lässt der Herr eine zeitweilige Trennung zu; aber auch hier bleiben die Gatten vor Gott und im Gewissen verheiratet; eine Wiederverheiratung ist auch hier ausgeschlossen.


Alphons Maria Rathgeber „Kirche und Leben“ „in Buch von der Schönheit und Segenskraft der Kirche. Verlag Albert Pröpster, Kempten im Allgäu 1956. S. 143

Mittwoch, 2. August 2017

Feind in Sicht!




Feind in Sicht! 1916


Art Gallery of New South Wales, Sidney, Australien

Septimus Power (1877-1951)

Soldaten eines australischen Regiments der leichten Kavallerie, die im ersten Weltkrieg in Nahost innerhalb der ANZAC (Australia and New Zealand Army Corps) im Einsatz waren, erspähen auf einem Hügel den Feind.
Der Maler ist selbst über die Schlachtfelder gelaufen, um die Szene eindrucksvoll darstellen zu können. Man merkt den auf uns gerichteten Blick des Pferdes, während die Augen des Reiters den Feind fixieren. Ein Soldat schwenkt theatralisch sein Gewehr. Rundherum ist die Landschaft rau wie der Krieg selbst.
Der Christ liebt sein Vaterland und beklagt den ungerechten Krieg und das Wettrüsten. Er hält das Militär in dieser Welt aber trotzdem für notwendig. Die Soldaten verdienen Sympathie, Anerkennung und Verehrung, weil es ihre Aufgabe ist, für das Wohl von uns allen zu kämpfen und zu sterben.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, September 2011)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Das Ewige Licht symbolisiert das ewige Opfer



„Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern das Licht des Lebens haben (Joh 8,12).
Die Weisheit und die Schönheit der Heiligen Katholischen Kirche werden wunderbar durch ein Universum von Symbolen ausgedrückt.
Betrachten wir das Ewige Licht. In jeder Kirche, in der das Allerheiligste Sakrament im Tabernakel ruht, fällt der Blick des eintretenden auf die sanft flackernde Flamme im Bereich des Altars, die die Realpräsenz Jesu anzeigt.
Was übermittelt dieses stille Licht so sanft der Seele? Was symbolisiert es?
Die Wärme seiner Begrüßungsflamme führt uns näher zu unserem Herrn. Als ob sie von Engeln gehalten wird, hängt die Lampe, nicht mit der Erde verbunden, und bereitet die Seelen für den Empfang der göttlichen Gnaden vor. Ihr subtiles Licht umhüllt die Gläubigen und schafft einen Geisteszustand, in dem sich alle katholischen Seelen vereint fühlen.
Gleichzeitig verbrennt der Docht langsam und ruhig und bringt sich selbst dar bis zur vollständigen Auszehrung. Er bietet sich Gott an, was die Opferbereitschaft symbolisiert.
Das Ewige Licht schafft eine angenehme und gemäßigte Atmosphäre, die dem Menschen angemessen ist. Sein subtiler Schein erhöht die Kirche, ohne sie jemals zu bezwingen.
Die diskreten Schatten, die das  Ewige Licht wirft, bilden eine prächtige Umrahmung von respektvoller Wärme und Tiefe. Es hat nichts gemeinsam mit den frenetisch flackernden Lichtern einer Diskothek oder der heute vorherrschenden kalten Neonbeleuchtung.
Zum Kontrast, stellen wir uns ein Neonlicht an Stelle des Ewigen Lichts vor. Schon der bloße Gedanke erzeugt Unwohlsein. Das grelle Neonlicht zerstört den Schatten.
Was sagt das Ewige Licht der Seele?
Stellen wir uns eine dunkle Kirche vor, die nur von dem Ewigen Licht erleuchtet wird. Wenn eine Kirche leer ist und unser Herr im Allerheiligsten Sakrament alleine ist, ist die Flamme eine Huldigung an ihren Schöpfer. Sie hält ständige Wache, wie eine treue Seele, die in Anbetung vor Gott kniet, während so viele ihn verlassen oder sich gegen ihn wenden.
Wenn das Licht sprechen könnte, könnte es sagen: „Ich bleibe treu. Ich bin dein, o Herr. Wenn ich auch der letzte der Geschöpfe bin, gehöre ich dir, ich existiere für dich allein. In der schlimmsten Ungewissheit, in der schlimmsten Verlassenheit und Dunkelheit, werde ich Dir folgen, komme, was kommen mag. Ich bin zuversichtlich, dass meine Treue dir etwas bedeutet.“
Die vorherrschende Symbolkraft des Ewigen Lichts spricht von der Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, dem Erlöser und dem Erlösten. Es ist ein Ruheplatz für die katholische Seele. Wie drei Glocken in vollkommener Harmonie klingen, erinnert es an die Worte Unseres Herrn: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).

                                                            
 John Ritchie

Aus dem Kalender „Australia needs Fatima“ 2016. Übersetzung aus dem Englischen

Mittwoch, 26. Juli 2017

In der Voraussicht eines neuen Weltkrieges: Pessimismus oder Optimismus?

Leo Daniele


In der ersten Juliwoche veröffentlichte das offizielle Organ der Regierung Nord-Koreas folgende Erklärung:
„Ein einfacher Fehler oder eine Missdeutung könnte zum Ausbruch eines Atomkrieges führen, und das wäre ohne Zweifel der Beginn eines neuen Weltkrieges.“
Ein neuer Weltkrieg? Der Artikel der kommunistischen Zeitung rechtfertigt auch als „legitime Verteidigungsmaßnahmen“ (sic) die nordkoreanischen Atomwaffenteste, angesichts „der zunehmenden Atomkriegs-Drohungen“ gegen Piöngyang von Seiten Washingtons.
Am Vortag hatten zwei strategische amerikanische Bomber B-1B Präzisions-Scheinangriffe in Südkorea gegen südkoreanische Jagdflieger unternommen, als Warnzeichen für Nordkorea, das gerade ein Test mit einer ballistischen interkontinental Rakete durchgeführt hatte. (vgl. “O Estado de S. Paulo” 30.6.17).
Auf der anderen Seite des Spielbretts erklärte der Präsident der USA, Donald Trump, am 21. Juli, die Atom- und ballistischen Raketenprogramme Nordkoreas verlangen eine „entschiedene Antwort“. „Die Zeit der strategischen Geduld gegenüber dem Regime Nordkoreas ist gescheitert. Ganz ehrlich, die Geduld ist zu Ende“, sagte Trump im Weißen Haus in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Südkoranischen Präsidenten, Moon Jae-in.
„Aber das ist ja weit weg von hier!“ – würde irgendein ahnungsloser Leser ausrufen.
Auf beiden Seiten des Spielbretts sind die Erklärungen sehr heftig! Wird es jetzt Krieg geben? Oder ist es für die Zukunft? Der Volksmund sagt: „Die Zukunft gehört Gott“. Wir sollten für diese tragische Möglichkeit mit realistischem Geist vorbereitet sein.
Vergessen wir nicht ein Wort von Winston Churchill: „Sie hatten die Wahl zwischen Schande und Krieg: Sie wählten die Schande und werden den Krieg haben“. Wird das unser Schicksal sein? Kurz nachdem Churchill dies seinem Außenminister gesagt hatte, brach der 2. Weltkrieg aus.
Ich schließe mit den Worten von Plinio Corrêa de Oliveira, aus einem Artikel für die Zeitschrift Catolicismo vom Mai 1952: „Wann? Während des großen Dramas, was da auf uns zu kommt? Nach ihm? Wir wissen es nicht. Doch eines scheint sehr wahrscheinlich: dass als Ausklang dieser Krise die Heiligste Jungfrau Maria für die Heilige Kirche nicht Jahrhunderte der Qual und Schmerzen vorbereitet, sondern eine Ära des universellen Triumphes“.
Sursum corda! (Hoch die Herzen). Wenn dies geschieht, wird es durch Gottes Willen sein!


Quelle: www.abim.inf.br/ vom 26.7.2017

Dienstag, 25. Juli 2017

Die Kathedrale von Santiago de Compostela



Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela ist seit dem Mittelalter für Millionen von Wallfahrern die Erfüllung ihrer Sehnsucht. In diesem Augenblick sind die Strapazen einer langen Fußwallfahrt vergessen. In der Kathedrale ruhen der Überlieferung zufolge die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren. Sie wurden schon im achten Jahrhundert vor den anstürmenden Moslems aus Jerusalem nach Nordwestspanien in Sicherheit gebracht. In den folgenden Jahrhunderten überfluteten die Moslems fast ganz Spanien und drängten die Christen bis an die Nordküste zurück. Da das Meer weitere Fluchtwege versperrte, sammelten sich die Christen zur Gegenwehr. Dabei erwarteten sie die entscheidende Hilfe von „ihrem“ heiligen Apostel Santiago, Sankt Jakobus, der ja gewissermaßen noch als Toter vor den Moslems nach Spanien flüchten musste. Die Spanier erinnerten sich auch noch, das Spanien früher ein blühendes christliches Land war, vor allem das Andalusien des Isidor von Sevilla um 600. Von daher wuchs ihr Wunsch nach Rück-Eroberung, nach Re-conquista, die erst 1492 mit dem Sieg in Granada ihren Abschluss fand. Die Jakobsmuschel, das ursprüngliche Trinkgefäß der Wanderer, wurde zum Kennzeichen des Pilgerweges. Im Spätmittelalter wurde die Muschel als Symbol für die innige Verbindung zwischen Christus und der Kirche gedeutet. Die Trennung der beiden Muschelschalen bedingt den Tod des Muscheltieres. Eine Trennung der Kirche von Christus wäre der Verlust des ewigen Lebens. Der Festtag des Apostels Jakobus ist der 25. Juli. EW

Titelbild DER FELS Juli 2016 - Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Sonntag, 23. Juli 2017

Nach der Sonntagsmesse



Aus der Kirche La Madeleine, Paris, kommend

Jean Beraud (1849-1935)
Private Sammlung / © Photo Christie's Images / The Bridgeman Art Library


Die Sonntagsmesse in der Kirche La Madeleine in Paris ist zu Ende, Die Gläubigen kommen die Stiegen herab und gehen nach Hause.
Ein Mann mit weißem Bart, das Messbuch in der Hand, ist im Begriff, auf die Straße herauszutreten. Er blickt uns an. Im Vordergrund sieht man eine Frau, die eiligen Schrittes weggeht, weil durch den leichten Regen Rutschgefahr entstehen könnte. Hinter ihr geht eine Dame in Begleitung ihrer elegant in Blau gekleideten Tochter, die auf einen Angestellten des Hauses auf der linken Seite zugeht. Man sieht einen Kutscher in seinem Gehrock mit goldenen Knöpfen, einen Diener mit weißen Handschuhen und einen Chauffeur mit einer Schirmkappe. Den Rücken uns zugewandt ist ein Kindermädchen zu sehen, das eine Haube mit langen roten Bändern trägt und ein kleines Kind an der Hand führt.
Jedes Detail dieses Bildes ist es wert, genau betrachtet zu werden. Die Szene ruft das christliche Ideal einer brüderlichen Gesellschaft in Erinnerung, welche die gerechten und harmonischen gesellschaftlichen Ungleichheiten der Menschen respektiert.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2011)

Sonntag, 16. Juli 2017

Familie: Zukunft der Gesellschaft



Familie Konrad Adenauer
Die Zukunft der Gesellschaft hängt von der Familie ab. Sie ist der entscheidende Ort der Begegnung zwischen der Kirche und der heutigen Kultur. Daher muss das Zeugnis der katholischen Familie authentisch und sehr stark sein.Es muss eine Familie sein, die von ihrer Umgebung wahrgenommen wird und ausstrahlt: eine Familie, die Freude darüber ausstrahlt, Jünger Jesu Christi zu sein, so dass jene Menschen, die keine Christen sind, auf die katholische Familie schauen und sagen können: „Das ist eine Art zu leben, die ich auch gerne hätte, an der ich auch gerne teilhaben würde.“ Das ist nicht eine Reihe von ‚Neins’ sondern eine Reihe von ‚Jas’. Es ist eine erfüllende Lebensart und ich möchte dazugehören.“

(Carl Anderson, Präsident der US-amerikanischen katholischen Laienorganisation „Knights of Columbus“ - „Kolumbus-Ritter" - in einem Interview mit Zenit)

Mittwoch, 5. Juli 2017

Ohne Zurückhaltung und Abschwächung predigen


Dahin wirken, dass Jesus Christus unter den Menschen mehr und mehr bekannt sei, und zwar dank einer Kenntnis, die nicht nur auf den Glauben, sondern auf das Leben abzielte, das ist es, wofür er (der hl. Paulus) die ganze Kraft seines Apostelherzens einsetzte. Deshalb handelte er von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi, selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, dass man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und dass es unmöglich sei, beiden zu dienen; dass alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; dass es bei Gott keine Abfindung gibt; dass entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte „der Prediger der Wahrheit“ Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.

Daraus erhellt, wie sehr jene Prediger zu missbilligen sind, die gewisse Punkte der christlichen Lehre nicht zu behandeln wagen, nur um ihren Zuhörern nicht zu missfallen.

Aus der Enzyklika „Humani Generis“ von Benedikt XV., vom 15. Juni 1917:

Mittwoch, 21. Juni 2017

Hl. Aloysius von Gonzaga


Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus einem Seitenaltarbild in der ehem. Jesuitenkirche, heute Heilig-Kreuz-Kirche, in Landsberg a.L., gemalt 1755 von Johann Georg Bergmüller.

Es zeigt Aloysius als Novizen der Jesuiten in Chorhemd und Rochett, wie er ein betendes Kind zu Christus führt. Dieser segnet es und legt ihm die Hand auf. Ein Kind zu Christus zu führen, heißt einmal, ihm von Christus erzählen und über Christus belehren. Beides tat Aloysius z.B. in Briefen an Jugendliche. Ein Kind zu Christus zu führen heißt aber auch, es auf den Empfang der hl. Kommunion vorzubereiten, wo das Kind den Leib Christi empfängt. Auch dies war ein besonderes Anliegen des Aloysius. Dieser Bildausschnitt zeigt aber auch eine Firmung. Aloysius fungiert hier als Firmpate. Die Handauflegung durch Christus erinnert an die Bibelstelle, wo Jesus die Hände auflegte und sagte: „Empfanget den Heiligen Geist“ (Joh 20,22).
Zwei weitere Kinder warten rechts unten darauf, auch von Aloysius zu Christus geführt zu werden. Hier wird das Bibelwort: „Lasset die Kleinen zu mir kommen“ (Mt 19,14) abgewandelt in „Führet die Kleinen zu mir“. Aloysius tat dies einmal durch sein Vorbild — schon als Kind hatte er ein intensives Glaubensleben — und durch seine Seelsorge. Im Rücken des Heiligen weist eine Lilie auf die Reinheit des Aloysius hin. AE

Am 21. Juni feiert die Heilige Kirche den hl. Aloysius.


(Titelbild DER FELS Juni 2015)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Montag, 19. Juni 2017

„Das Ochsengespann“



Das Ochsengespann

Frank Mahony (1862-1916)
Art Gallery of New South Wales, Sidney, Australien


Dieses Aquarell von Frank Mahony stellt eine charakteristische Szene der Arbeit von Holzfällerpionieren dar. Ein Ochsengespann mit fünf Paar Ochsen zieht riesige auf einen Karren geladene Baumstämme.
Man hält Rast: der Hund wartet, die Pferde werden in den Schatten geführt, wo sie noch etwas Gras finden. Das Mittagessen wird vorbereitet. Rechts könnte man sich einen Kessel vorstellen, der von einem Feuer aus Zweigen erwärmt wird. Der Kessel hängt mit seinem Bügel von einem Holzstock auf zwei Baumstümpfe gestützt.
Die bis ins kleinste Detail lebensechte Darstellung gibt diesem Bild einen besonderen Reiz. Wir erhalten einen wertvollen Einblick in die Schwerarbeit der Tagelöhner und deren ehrbare Tätigkeit. Das Bewusstsein, die Arbeit gewissenhaft erledigt zu haben, macht zufrieden.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juli 2011)

Samstag, 17. Juni 2017

Der Rosenkranz und die Botschaft von Fatima



Zwischen dem 13. Mai und dem 13. Oktober 1917 erschien die Gottesmutter drei Hirtenkinder, Jacinta, Lucia und Francisco in der Cova de Iria bei Fatima, Portugal. Während sechs Erscheinungen hat die Gottesmutter ihnen ein Geheimnis mitgeteilt, das aus drei Teilen bestand. Der erste Teil war eine Vision der Hölle. In dieser Vision, sagte Schwester Lucia, sahen sie wie unzählige Seelen wie „Schneeflocken“ in die Hölle fielen.

Im zweiten Teil des Geheimnisses sagte die Muttergottes, dass der Erste Weltkrieg enden würde, aber „wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen, wird ein schlimmerer Krieg während des Pontifikats von Pius XI. kommen. Um dies zu verhindern, werde ich kommen, um die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu bitten. Wenn meine Bitten beachtet werden, wird Rußland sich bekehren, und es wird Frieden geben. Wenn nicht, wird es ihre Irrtümer auf der ganzen Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche verursachen.“

Wie Unsere Liebe Frau vorhergesagt hatte, brach der Zweite Weltkrieg aus und die Irrtümer des atheistischen Kommunismus verbreiteten sich über die Welt. Maria fügte noch hinzu, dass viele Menschen das Martyrium erleiden werden und etliche Nationen vernichtet werden, wenn die Menschen sich nicht bekehren.

Haben die Menschen sich bekehrt? Die Antwort ist, nein. 

Kann die göttliche Strafe noch vermieden werden?

Es hängt von der Treue der Welt zu den Bitten der Muttergottes ab.

Lucia fragte die Muttergottes während der Erscheinungen: „Wer seiht Ihr und was wollt Ihr?“ Die Dame antwortete: „Ich bin die Frau des Rosenkranzes, und ich bin gekommen, um die Gläubigen zu warnen, damit sie ihr Leben ändern und um Verzeihung für ihre Sünden bitten. Die Menschen dürfen den Herrn nicht weiter beleidigen, der schon so tief beleidigt ist. Sie müssen den Rosenkranz beten.“

Also gab uns die Gottesmutter eine Lösung: das tägliche Gebet des Rosenkranzes für die Bekehrung der Sünder.

Die Fatima-Botschaft ist ein Heilmittel für unsere Kultur, die in die Sünde versunken ist. Wenn es nicht das Versprechen der Muttergottes gäbe, dass „am Ende mein Unbeflecktes Herz triumphieren wird“, würden wir sehr enttäuscht und entmutigt sein. Also lasst uns ihre Bitten beachten. Üben wir die ersten Samstag-Andachten. Lasst uns den täglichen Rosenkranz beten. Wenn wir diese Bitten erfüllen, werden wir das traurige und unbefleckte Herz Mariens trösten und den Triumph des Guten über das Böse beschleunigen.

Die Fünfzehnte Rose aus dem Geheimnis des Rosenkranzes vom hl. Ludwig von Montfort

Das Ave Maria ist so hoch, so erhaben, dass der selige Alanus de la Roche glaubte, kein Geschöpf könne es verstehen, und nur Jesus Christus, geboren aus Maria der Jungfrau, könne es erklären.

Es erhält seinen hohen Wert hauptsächlich von der Allerseligsten Jungfrau, an die es gerichtet war, vom Zweck der Menschwerdung des Wortes, zu welchem Zweck es vom Himmel gesandt wurde, und vom Erzengel Gabriel, der es zuerst ausgesprochen hat.


Der Engelsgruß fasst mit größter Kürze die ganze katholische Theologie über die Gottesmutter zusammen. Man findet darin das Lob und die Anrufung: Das Lob schließt alles in sich ein, was die wahre Größe Mariens ausmacht; die Anrufung enthält alles, um was wir sie bitten sollen und was wir von ihrer Güte für uns erwarten dürfen.

Die heiligste Dreifaltigkeit hat den ersten Teil geoffenbart, die heilige Elisabeth hat, vom Heiligen Geiste erleuchtet, den zweiten Teil beigefügt; und die heilige Mutter Kirche fügte auf dem ersten Konzil von Ephesus im Jahre 431 den Schluss hinzu, nachdem sie die Irrlehre des Nestorius verurteilt und definiert hatte, dass die Allerseligste Jungfrau in Wahrheit Gottesgebärerin sei. Das Konzil verordnete, dass man die Allerseligste Jungfrau unter diesem glorreichen Titel mit folgenden Worten anrufe:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“

Die Allerseligste Jungfrau war es, der dieser göttliche Gruß dargebracht wurde, um die größte und wichtigste Angelegenheit der Welt zu erledigen: Die Menschwerdung des ewigen Wortes, die Versöhnung Gottes mit den Menschen und die Erlösung des Menschengeschlechtes.

Maria wurde auserwählt als das Mittel für dieses gewaltige Ereignis, welches durch den Gruß des Engels Wirklicht wurde.

Der Gesandte dieser glücklichen Botschaft war der Erzengel Gabriel, einer der obersten Fürsten des himmlischen Hofes.

Der Engelsgruß enthält den Glauben und die Hoffnung der Patriarchen, Propheten und Apostel. Er ist die Ausdauer und Stärke der Märtyrer, die Wissenschaft der Gelehrten, die Beharrlichkeit der Bekenner und das Leben der Ordensleute. Er ist das neue Hohelied des Gesetzes der Gnade, die Freude der Engel und Menschen, der Schrecken und die Beschämung der Dämonen.

Durch das Ave Maria wurde Gott Mensch, eine Jungfrau Gottesmutter, wurden die Seelen der Gerechten aus der Vorhölle befreit, die Verluste des Himmels wiederhergestellt, die leeren Throne im Himmel besetzt, wurde die Sünde vergeben, die Gnade aufs neue geschenkt, wurden die Kranken geheilt, die Toten erweckt, die Verbannten zurückgerufen, wurde die allerheiligste Dreifaltigkeit besänftigt und die Menschen erhielten das ewige Leben.

Endlich ist der Engelsgruß der Regenbogen am Himmel, das Zeichen der Milde und Gnade, die Gott der Welt angedeihen ließ. (so der Selige Alanus de la Roche)

Der Rosenkranz und das besessene Mädchen

In seinem Buch „Das Geheimnis des Rosenkranzes“ berichtet der Hl. Ludwig von Montfort, als P. Johann Amat aus dem Orden des heiligen Dominikus in einem Orte des Königreiches Aragonien die Fastenpredigten hielt, führte man zu ihm ein vom Teufel besessenes Mädchen. Nachdem er den Exorzismus mehrmals vergeblich angewandt hatte, legte er ihr seinen Rosenkranz um den Hals, und sogleich fing sie an, ein schreckliches Geschrei und Geheul auszustoßen, indem sie sagte: „Fort, fort mit diesen Körnern, die mich quälen!“ Endlich nahm ihr der Pater aus Mitleid mit dem armen Mädchen den Rosenkranz vom Hals.

In der folgenden Nacht, als sich der Pater zur Ruhe begeben hatte, kamen dieselben Dämonen, von denen das Mädchen besessen war, wutschäumend zu ihm, um sich seiner zu bemächtigen; doch mit seinem Rosenkranz, den er fest in der Hand hielt, schlug er sie trotz ihrer Anstrengungen, ihm denselben zu entreißen, wunderbar in die Flucht, indem er sprach: „Heilige Maria, Unsere Liebe Frau vom heiligen Rosenkranz, hilf mir!“

Als er am folgenden Morgen zur Kirche ging, begegnete er jenem armen Mädchen, das noch besessen war. Einer der Teufel, die in ihr waren, fing an, sich über ihn lustig zu machen, indem er sagte: „Nicht wahr, Bruder, wenn du deinen Rosenkranz nicht gehabt hättest, hätten wir dich schön hergerichtet!“

Dann warf der Pater unversehens seinen Rosenkranz um den Hals des Mädchens und sprach: „Durch die heiligsten Namen Jesu und Mariä, seiner heiligen Mutter, und durch die Kraft des heiligsten Rosenkranzes befehle ich euch, unreine Geister, sofort aus diesem Körper zu fahren!“

Augenblicklich waren sie gezwungen, zu gehorchen, und das Mädchen war befreit.

„Diese Erzählungen zeigen uns“, folgert der hl. Ludwig, „wie groß die Macht des heiligen Rosenkranzes ist, um alle Arten von Versuchungen der bösen Geister und jegliche Sünden zu besiegen, weil die geweihten Körner des Rosenkranzes sie verscheuchen.“


Quelle: “Britain Needs Fatima Members’ Newsletter” Issue 73, 2017 (freie Übersetzung aus dem Englischen)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fronleichnam



Fronleichnam – 1891
Paul SCHAD-ROSSA
Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum

Unser Herr Jesus Christus, der im Allerheiligen Sakrament wahrhaftig zugegen ist, wird in der feierlichen Fronleichnamsprozession durch ein kleines Dorf getragen. Er ist ja der erhabenste Freund aller! Er schreitet durch sein Eigentum!

Der Altar wurde mit Blumen geschmückt. Bevor der Priester unter dem Baldachin, der von Honoratioren getragen wird, weitergeht, erteilt er den Segen; alle knien nieder, um ihren Schöpfer und Retter anzubeten.

Junge Mädchen in weißen Kleidern begleiten die Statue der Heiligen Jungfrau, weiter hinten folgt der Rest der Dorfbewohner, die Fahnen und die Statue ihres Schutzpatrons tragen.

Wie ist doch der Fronleichnamstag dem katholischen Volk ans Herz gewachsen! Wie dankbar sind wir unserer Kirche, dass sie uns diesen herrlichen Tag geschenkt hat. Wenn Fronleichnam nicht gefeiert würde, dann fehlte etwas Helles, Feines, Weihevolles im Kirchenjahr und in unserem Leben.

„Es ist ein Stück der Herrlichkeit und ein Grund der inneren Macht der katholischen Kirche, dass sie mit ihren Gottesdiensten und Festen die Kirchenmauern durchbricht, das Heilige hinausträgt in das Leben, mit ihren himmlischen Gesängen das Geräusch der Erde zum Schweigen bringt, sich nicht scheut, den Altar auf der Straße aufzuschlagen.“ So schrieb einst der Protestant Hengstenberg.


(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ 
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juni 2009)

Fronleichnam - Die Kirche geht auf die Straße



„Es ist ein Stück der Herrlichkeit und ein Grund der inneren Macht der katholischen Kirche, daß sie mit ihren Gottesdiensten und Festen die Kirchenmauern durchbricht, das Heilige hinausträgt in das Leben, mit ihren himmlischen Gesängen das Geräusch der Erde zum Schweigen bringt, sich nicht scheut, den Altar auf der Straße aufzuschlagen.“

So schrieb der Protestant Hengstenberg. Und wie er können sich viele Andersgläubige dem innigen Zauber nicht entziehen, der über der Eigenart katholischen Frömmigkeitslebens liegt, in Prozessionen, Bittgängen und Wallfahrten den Dienst Gottes betend und singend aus den engen Kirchenwänden hinauszutragen in die blühende Welt, in Gottes herrliche Schöpfung.

Die Prozessionen sind der laute Ausdruck frommer Begeisterung, der es in den Räumen des Gotteshauses gleichsam zu enge wird und die ihre Empfindungen in die Welt hinausrufen und vor Himmel und Erde ihre Gefühle aussprechen will. Es ist ein tiefes Bedürfnis religiösen Volksempfindens, in öffentlichen Umzügen mit Gesang und Gebet Gott zu danken, seinen Segen herabzuflehen oder seiner Majestät Sühne zu tun. Wie sehr die Prozessionen dem Bedürfnis des frommen Volkes entsprechen, und mit welcher Liebe es an ihnen hängt, zeigte sich deutlich in jüngerer Zeit, als die Kirche sich genötigt sah, gegen gewisse Ausartungen im Prozessionswesen einzuschreiten. Die Verbote, die erlassen werden mußten, wurden als gewaltsame Eingriffe in althergebrachtes Brauchtum vielfach unbeachtet gelassen oder es wurde ihnen entschiedener Widerstand entgegengesetzt. Wie groß z. B. die Prozessionsfreudigkeit des westfälischen Volkes war, ergibt sich aus einem Brief, den der Pfarrer von Thüle bei Paderborn 1783 an seine bischöfliche Behörde richtete. Darin erklärte er im Anschluß an seinen Bericht über die zahlreichen, in seiner Pfarrei üblichen Prozessionen, „daß die Pfarrgenossen gar zu grob eigensinnig an diesen Prozessionen halten, da sie selbe auch bey allerschlechtigstem Wetter ausgeführt wissen wollen; also daß dieselben auch ohne Beysein des Pfarrers lauffen würden, wie ich in den ersten Jahren meines Hierseyns schon einmal habe erfahren müssen.“

Die Kirche hat, von Verboten, die durch Mißstände veranlaßt waren, abgesehen, die Freude des Volkes an Prozessionen liebevoll gefördert. Sah sie doch in den Prozessionen ein öffentliches Bekenntnis der Sieghaftigkeit des katholischen Glaubens, einen Feierlichen Lobpreis und Dank gegen Gott, ein durch die Macht der Gemeinsamkeit besonders wirksames Bitten um Segen und Sühne der Schuld.

Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altares,
von nun an bis in Ewigkeit!

Die Berechtigung der Prozessionen ergibt sich aus dem Leben Jesu. Er zog selbst am Palmsonntag in feierlicher Prozession in Jerusalem ein. Seit jenen Tagen drängt es auch die Christen zu öffentlichem Glaubensbekenntnis aus den Häusern und Kirchen hinaus ins Freie. Die glanzvollste aller Prozessionen ist die Fronleichnamsprozession.

Quelle: Alphons Maria Rathgeber, „Kirche und Leben“ – Ein Buch von der Schönheit und Segenskraft der Kirche. Verlag Albert Pröpster, Kempten im Allgäu 1956

Mittwoch, 14. Juni 2017

Am Fronleichnamsmorgen


Am Fronleichnamsmorgen, 1857 
Ferdinand Georg Waldmüller, © Wienmuseum

Um Unseren Herrn Jesus Christus, der wahrhaft in der Eucharistie zugegen ist, öffentlich zu feiern, zieht die Fronleichnamsprozession durch die Straßen. Die Geistlichkeit trägt das Heiligste Sakrament, gefolgt von den Honoratioren und dem ganzen Volk.
Die Junisonne beleuchtet diesen strahlenden Morgen. Im Hof bereiten sich die Kinder, die auserwählt wurden, an der Zeremonie teilzunehmen, darauf vor, sich dem Zug anzuschließen. Die Mädchen sind weißgekleidet, sie tragen eine Blumenkrone und halten in der Hand eine Lilie als Symbol der Jungfräulichkeit.
Nicht alle können an der Zeremonie teilnehmen, was Tränen verursacht. Glückliche Zeiten, in denen die Kinder so zahlreich waren! Alle werden sich entlang des Festzuges aufstellen, um die Monstranz unter dem Baldachin zu sehen und das Knie vor dem Lieben Gott zu beugen, der feierlich durch die Straßen getragen wird.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Juni 2008)

Sonntag, 11. Juni 2017

„Tut das, was Er euch sagt“



Die Hochzeit zu Kana in Galiläa. Jesus, seine Mutter und die Jünger sind dort anwesend. Es fehlt an Wein und Maria sagt ihrem Sohn, dass es keinen Wein mehr gibt. Der Herr erwidert, seine Stunde sei noch nicht gekommen. Aber seine Mutter wendet sich den Dienern zu: „Was er euch sagt, das tut!“ Und Jesus befiehlt den Dienern, die Krüge mit Wasser zu füllen und davon dem Tafelmeister zu bringen. Dieser kostet das zu Wein gewordene Wasser und sagt zum Bräutigam: „Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein aufgehoben bis jetzt.“ (Joh 2,1-11) 
Das ist das erste Wunder, das Jesus durch die Vermittlung seiner Mutter vollbrachte. Gehen wir zu Maria, sie kann bei ihrem Sohn alles erlangen, was wir brauchen. 

Samstag, 10. Juni 2017

Landungsbrücke in Trouville




Das Fährboot, 1910-1911

Emanuel Phillips Fox (1865-1915)
Art Gallery of New South Wales, Sidney, Australien

Der Maler, in einem Vorort von Melbourne geboren, verbrachte mehrere Jahre in Europa. Hier malte er die Landungsbrücke für das Fährboot in Trouville in Frankreich, von wo aus man den Ort Deauville am anderen Ufer des Flusses Touques erreichen kann.
Die lebhaften Farben und die Spiegelung des Lichtes im Wasser sind eine Augenweide. Ein Mann reicht einer Frau die Hand, um ihr ins Boot zu helfen. Eine Kinderfrau trägt ein Baby in ihren Armen und schützt es mit einem Sonnenschirm. Der Fährmann mit einer Kappe hat das Boot an einem Haken festgebunden. Ein Knabe mit einem Strohhut am Kopf lacht fröhlich.
Die Eleganz der sommerlichen Kleider, der gute Geschmack und die Freundlichkeit unter den Menschen erinnert uns an eine Zeit, in der man einen Aufenthalt am Meer in liebenswürdiger und netter Gesellschaft genießen konnte - weit entfernt von der heutigen naturalistischen und exhibitionistischen Vulgarität. Das Leben war viel angenehmer und schöner, weil Moral, Selbstachtung und Respekt vor anderen vorherrschte.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Mai 2011)

Donnerstag, 1. Juni 2017

Die weltliche Herrschaft der Päpste wurde ihnen geraubt, um ihre geistliche Gewalt zu brechen

„Kein Wunder, dass die liebsten Kinder so hart behandelt werden, da man doch mit dem Vater selbst, dem Haupte der Christenheit, dem Bischof von Rom, nicht glimpflicher verfährt. Es sind allbekannte Tatsachen: Man raubte ihm seine weltliche Herrschaft und damit jene Unabhängigkeit, welche seine apostolische Sendung zu allen Völkern verlangt. Der Druck einer feindlichen Macht nötigte ihn, sich in seiner eigenen Stadt Rom, in seinem eigenen Hause einzuschließen; er fühlt sich in eine ungerechte und unwürdige Lage versetzt, und das, nachdem man das lächerliche Versprechen gemacht, für seine Würde und Freiheit bürgen zu wollen. Wir selbst kennen die zahlreichen großen Hindernisse, die man dem Wirken des apostolischen Stuhles bereitet, wie man selbst seine Absichten missdeutet, um sein Ansehen zu mindern. Täglich wird es klarer, dass der Raub der weltlichen Herrschaft deshalb stattgefunden, um den Weg frei zu bekommen, und leichter die geistliche Gewalt des Papstes zu brechen. Übrigens haben die Urheber und Anführer des Gewaltreiches dies ohne viele Umschweife ausgesprochen.“
 
Aus der Enzyklika „Annum ingressi sumus“ von Leo XIII. Vom 19. März 1902

Mittwoch, 31. Mai 2017

Nach der Schlacht


Nach der Schlacht, 1900 - Eugène Chaperon


Während des Krieges von 1870 durchzieht ein General mit zwei Offizieren seines Stabes und einem Wimpelträger das mit Schnee bedeckte Schlachtfeld. Er unterbricht seinen Ritt, um den Militärkaplan zu grüßen, der mit der Stola in der Hand, sich um das Heil der Seelen kümmert, während eine Ordenschwester einen Verwundeten auf einer Trage pflegt. Etwas weiter liegen Gefallene auf dem Feld.
In der Militärhierarchie steht der Kaplan unter dem General. Doch dieser grüßt ihn aus Respekt vor seiner Priesterwürde. In den Zeiten vor der Trennung von Kirche und Staat durchtränkte die katholische Kirche die Gesellschaft noch mit ihrem Ideal. Ein Ideal des brüderlichen und harmonischen Zusammenlebens der unterschiedlichen Klassen der Gesellschaft. (Benoît Bemelmans)

Sonntag, 21. Mai 2017

Zum Fest Maria Namen

Maria, zeige, dass Du Mutter bist! 


Wir feiern heute das Fest Maria Namen, das wir jährlich mit großer Dankbarkeit und Glaubensfreude begehen. Im Namen aller Katholiken Europas wollen wir Gott Dank sagen für die Rettung des katholischen Glaubens durch die Fürsprache Mariens. Unser heutiger Dank muss sich gleichzeitig mit einem innigen Flehruf verbinden, dass Gott heute erneut das Wunder seiner Allmacht uns erweist und durch die Fürsprache Mariens für das heutige Europa den katholischen Glauben erhält. Heute befindet sich der katholische Glaube in einer noch größeren Gefahr als damals. Denn damals gab es nur einen Zerstörer des katholischen Glaubens von außerhalb der Christenheit. Heute gibt es Zerstörer des katholischen Glaubens sowohl außerhalb der Kirche als auch immer mehr im Innenraum der Kirche. In dieser Zeit der großen Glaubensnot wird uns Maria nicht verlassen - wie kann sie es auch, sie ist ja unsere Mutter. Sie ist die fürbittende Allmacht, sie ist die Besiegerin aller Häresien und aller Zerstörer des Glaubens. Wie innig müssen alle katholisch denkenden Gläubigen, Priester und Bischöfe heute flehen: „Maria, zeige, dass Du Mutter bist!“ ...

Wir bräuchten heute mehr denn je wieder Bekenner des Glaubens und der Treue zum Papst, und zwar in den Reihen der Bischöfe und der Laien. Leuchtende Beispiele dieser Treue aus der 2000-jährigen Kirchengeschichte sind zum Beispiel der heilige Bischof und Kardinal John Fisher und der heilige Laie Thomas Morus. Der heilige Thomas Morus legte damals vor dem Parlament und somit vor der öffentlichen Meinung folgendes Bekenntnis ab. Er sagte:
„Das Gesetz des Parlamentes widerspricht direkt den Gesetzen Gottes und seiner heiligen Kirche. Die höchste Leitung der Kirche oder irgendeines ihrer Teile gehört rechtmäßig nur dem Heiligen Stuhl von Rom. Unser Heiland selbst hat diesen Vorrang des heiligen Petrus und seiner Nachfolger im Bischofsstuhl von Rom mit seinem eigenen Mund bekräftigt.“
Dieses Bekenntnis kostete Thomas Morus und auch Kardinal John Fisher das Leben.
Hl. John Fisher
Wie viele Gesetze werden heute von Parlamenten erlassen, die direkt den Gesetzen Gottes widersprechen. Wie sehr bräuchten wir heute in Europa neue Thomas Morusse und John Fishers, welche die Treue zum Papst und die Gesetze Gottes furchtlos gegen die öffentliche Meinung bekennen. Ihnen würde ja momentan zumindest keine Todesstrafe drohen. Wir erleben in der heutigen Zeit eine gewaltige Krise des Glaubens und der Liturgie, die niemand leugnen kann. Die Reinheit des Glaubens und der Liturgie sind zu kostbar, zu göttlich, als dass man sie dem Geist des Menschen anpasst oder sie dem eigenen Ermessen der predigenden und zelebrierenden Priester ausliefert. Möge die heilige Liturgie der Kirche wieder mehr in ihrer Heiligkeit und übernatürlichen Schönheit erstrahlen (...)
Leider verleugnen heute einige Glieder der Kirche - und Gott sei es geklagt - selbst einige Priester durch ihr schlechtes Leben den Glauben. Sie geben somit der gottfeindlichen Welt die Gelegenheit, die Kirche mit Hohn und Spott bloßzustellen. Das soll uns nicht verunsichern. Wir wissen vom Beispiel einer unzähligen Schar von echten Christen, von echten Priestern, von treuen und heiligen Christen und Priestern. Und die gibt es auch in unserer Zeit, wenn auch nicht mehr so zahlreich. Aber sie gibt es, von denen die Massenmedien leider nie berichten.

Auszüge aus der Predigt von Bischof Athanasius Schneider am 12. September 2011 in der Karlskirche in Wien.