Freitag, 1. Dezember 2017

Das Glaubensbekenntnis des hl. Petrus Canisius



Hl. Petrus Canisius S.J. (1521-1597), Niederländer und erster deutscher Jesuit der Deutschen Jesuitenprovinz, wird von der katholischen Kirche als der zweitwichtigste Apostel des katholischen Glaubens in Deutschland angesehen. Wegen der Klarheit und Eloquenz mit der er die Ansichten der Nicht-Katholiken bekämpfte, wurde er der „Hammer der Ketzer“ genannt. Er wurde von Papst Pius XI. 1925 heilig gesprochen und zum Kirchenlehrer ernannt.

Das Glaubensbekenntnis

„Vor Dir bekenne ich meinen Glauben, Vater und Herr des Himmels und der Erde, mein Schöpfer und Erlöser, meine Kraft und mein Heil, der Du seit meiner frühesten Jahren nicht aufgehört hast mich zu nähren mit dem heiligen Brot Deines Wortes und mein Herz zu trösten.

Damit ich nicht umherschweife wie die verirrten Schafe, die keinen Hirten haben, hast Du mich im Schoß der Kirche einberufen; aufgenommen, hast Du mich erzogen; erzogen, hast Du mich weiter gelehrt durch die Stimme jener Hirten, in denen Du als Person von Deinen Gläubigen gehört und befolgt sein willst. Mit lauter Stimme bekenne ich zu meinem Heil, alles, was die Katholiken immer als gutes Recht in ihren Herzen geglaubt haben.

Ich verabscheue Luther, ich hasse Calvin, verfluche alle Ketzer, und möchte nichts mit ihnen gemein haben, weil sie weder aufrichtig sprechen noch hören, besitzen auch nicht die einzige Regel des von der heiligen, katholischen, apostolischen und römischen Kirche vorgegebenen wahren Glaubens.

Stattdessen schließe ich mich in die Gemeinschaft ein, nehme den Glauben an, folge der Religion und billige die Lehre derer, die Christus hören und folgen, nicht nur, wenn er in der Schrift lehrt, sondern auch durch den Mund der Ökumenischen Konzilien richtet und durch den Mund der Kathedra Petri definiert, und sie durch die Autorität der Väter bezeugt. Ich bekenne mich auch als Kind dieser römischen Kirche, die von den blasphemischen Ruchlosen verachtet, verfolgt und verabscheut wird, als wäre sie antichristlich; ich weiche von keinem Punkt ihrer Autorität ab und weigere mich auch nicht mein Leben hinzugeben und mein Blut zu ihrer Verteidigung zu vergießen, und ich glaube, dass die Verdienste Christi mir mein Heil und das der anderen nur in der Einheit mit dieser selben Kirche erreichen können.

Ich bekenne offenherzig wie der hl. Hieronymus, vereint zu sein mit dem, der mit dem Stuhl Petri vereint ist, und beteuere mit dem hl. Ambrosius, in allem die römische Kirche zu folgen, die ich ehrfurchtsvoll mit dem hl. Cyprian als die Wurzel und Mutter der universalen Kirche anerkenne. Ich bekenne diesen Glauben und die Lehre, die ich noch als Kind gelernt habe, in meiner Jugend bestätigt, als Erwachsener gelehrt, und jetzt, mit meiner schwachen Kraft, verteidigt habe.

Zu diesem Bekenntnis bewegt mich kein anderer Grund als nur der Ruhm und die Ehre Gottes, die Gewissheit der Wahrheit, die Autorität der Heiligen Schrift, das Gefühl und den Konsens der Kirchenväter, das Zeugnis des Glaubens, dass ich meinen Brüdern geben muss und schließlich das ewige Heil, das ich im Himmel erwarte, und das den echten Gläubigen versprochene Glück.

Sollte ich wegen dieses meines Bekenntnisses verachtet, mißhandelt und verfolgt werden, werde ich es als eine Gnade und einen außerordentlichen Gefallen halten, weil es bedeutet, dass Du, mein Gott, mir die Möglichkeit gegeben hast, um der Gerechtigkeit Willen zu leiden und Du nicht willst, dass diejenigen mir gütig seien, die als erklärte Feinde der Kirche und der katholischen Wahrheit nicht Deine Freunde sein können.

Doch vergib ihnen, Herr, denn, angetrieben durch den Teufel und geblendet vom Glanz der falschen Lehre, wissen sie nicht, was sie tun, oder wollen es nicht wissen. Gewähre jedoch mir die Gnade, dass ich im Leben und im Tod immer ein echtes Zeugnis der Aufrichtigkeit und der Treue ablege, die ich Dir, der Kirche und der Wahrheit schulde, dass ich mich niemals von Deiner heiligen Liebe entferne, und dass ich immer in Gemeinschaft derer sei, die Dich fürchten und Deine Gebote in der Heiligen Römischen Kirche halten, deren Urteil ich mich und mein ganzes Werk mit sofortiger und respektvoller Gesinnung unterwerfe.

Alle Heiligen, triumphierend im Himmel oder streitend auf Erden, die ihr unauflöslich im Bund des Friedens in der katholischen Kirche vereint seid, zeiget eure große Güte und betet für mich. Ihr seid der Anfang und das Ende all meiner Güter; in allem und für alles sei euch ewig Lob, Ehre und Preis gegeben. Amen.“



Dieses Glaubensbekenntnis wurde von Canisius ab 1571 in vielen seiner Bücher abgedruckt, es war das Jahr, in dem er es zum ersten Mal in seine Summa doctrinae christianae veröffentlichte. Die Hauptgründe für dieses öffentliche Glaubensbekenntnis waren, dass im Jahre 1568 in einigen Regionen verbreitet wurde, dass Canisius Protestant geworden sei und einige seiner Gegner (wie Philipp Melanchton, Johannes Marbach und John Gnyphaeus) in ihren Büchern behaupteten, dass Canisius die katholische Lehre verteidigte, obwohl er wisse, dass sie falsch sei. Auf diese herrliche Seite erklärt Canisius seine Festigkeit im katholischen Glauben, seine unerschütterliche Zugehörigkeit zur Kirche von Rom und zum Papst, seine frontale Ablehnung des Protestantismus und die Bereitschaft, sein Leben für den katholischen Glauben hinzugeben.


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Aus dem Spanischen in Pe. Benigno Hernández Montes, S.J. (1936-1996), “San Pedro Canisio, autobiografia y otros escritos”, Editorial Sal Terrae, Santander, 2004, 366 páginas. Cfr. páginas 121 e 122. Link: hier

Ebenfalls auf Italienisch in: Corrispondenza Romana, 13 gennaio 2016 Link: hier2

Sonntag, 26. November 2017

Christus, der segnende Weltenherrscher





Dieses Mosaik befindet sich an der Decke über dem Altar in der Chiesa di San Lorenzo in Palatio ad Sancta Sanctorum in Rom. Es zeigt Christus als Pantokrator, als Weltenherrscher.
Nach christlichen Legenden und historischer Forschung ist das Aussehen von Christus mehrfach überliefert: im Schweißtuch der Veronika, im Schleier von Manopello und auf dem Grabtuch von Turin. Demnach hatte Christus lange Haare über den Schultern liegend, einen geteilten Bart und eine lange Nase. Der Nimbus um Christi Haupt zeigt, dass er der Heilige und der Erleuchtete ist. Das griechische Kreuz im Glorienschein weist ihn als Lebensspender aus. Durch seinen Tod am Kreuz hat er die Welt erlöst. Seine Rechte hat er im orthodoxen Segensgestus erhoben. In seiner Linken hält er ein geschlossenes Buch. Christus selbst ist das menschgewordene Wort Gottes. Dieses Brustbild von Christus vor goldenem Hintergrund ist umgeben von einem breiten Reifen, Symbol für die Unendlichkeit.
Der Himmel in und von welchem Christus segnend herrscht, wird von vier Engeln – in jeder Himmelsrichtung steht einer – auf Händen getragen. Die beiden unteren Engel haben – auf dem Bild nicht sichtbar – Füße und stehen auf kleinen Kapitellen an der Wand. Sie halten also den Himmel über der Erde. Die beiden oberen Engel haben an Stelle der Beine Flügel. Sie schweben also über den Wassern und halten so den Himmel. (AE)

(Titelbild DER FELS November 2014)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de


Montag, 20. November 2017

Es geht um die Wahrheit


- Ökumene mit der Brechstange hilft nicht weiter
Warum ist es so schwierig, das Ziel der Ökumene „Auf dass alle Eins seien“ zu erreichen? Weil es um die Wahrheit geht! Die Wahrheit ist, dass Katholiken und Protestanten kein gleiches Verständnis der Eucharistie und der Dienstämter haben. Jedem, der seinen Katechismus kennt, ist das auch klar. Ein wirkliches Problem ist die religiöse Unwissenheit. Eine wahrhaftige Ökumene übertüncht diese Unterschiede nicht, sondern stellt sich ihnen. Ökumenische „Ungeduld“, Kritik auf dem Ökumenischen Kirchentag in München über das langsame Tempo des ökumenischen Fortschritts (Bundestagspräsident Norbert Lammert) helfen nicht weiter. Die Forderungen des Wuppertaler Bibelwissenschaftlers Thomas Söding „Die Katholiken müssen die Evangelische Kirche anerkennen, einschließlich der Ämter, und die Protestanten müssen die Sakramente anerkennen, einschließlich der Ordination“ (Konradsblatt 21-2010, S. 5), bringen, vorbei an der Wahrheit, allenfalls eine Wischiwaschiökumene.
Nun versuchen zeitgeisthörige Ökumeniker die Wahrheit auszuhebeln, in dem sie an den konfessionsverschiedenen Ehen ansetzen. Das Verständnis, das hier vorgeschützt wird, lautet: „Wenn die Ehe ein Sakrament sei und Kirche vollziehe, verlange sie Gemeinschaft in der Eucharistie. Das gelte auch für die konfessionsverschiedene Ehe“ (Konradsblatt 21-2010, S. 5). Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst unterstützte diese Position in einer Diskussion, wobei er sich beeilte, anzufügen, dass er hier „als Mitchrist“ und nicht als Bischof spreche. Gebhard Fürst, Bischof der katholischen Kirche, vereinigt also in sich die Doppelnatur eines „Mitchristen und eines Bischofs“.
Der Ökumenetheologe Otto-Herman Pesch und Weihbischof Hans­Jochen Jaschke (Hamburg) stellten in München heraus, dass nach Kirchenrecht niemand beim Kommunionempfang abgewiesen werden dürfe und verbanden damit die Aufforderung an konfessionsverschiedene Eheleuten, am Herrenmahl der jeweils anderen Konfession teilzunehmen. Hier fordert also ein Bischof zum religiösen Ungehorsam auf. Der ZdK-Präsident Alois Glück verlangte auf dem Abschlussgottesdienst des Ökumenischen Kirchentags mit Blick auf die konfessionsverschiedenen Ehen unter großem Applaus (!): „Wir brauchen hier dringend eine Lösung. Das klingt nach Brechstangenökumene. Und weil es in der katholischen Kirche in Deutschland ohnehin nahezu folgenlos bleibt, feiert der Pfarrer Walter H. von der Sankt-Georgs-Gemeinde in Bad Pyrmont das Fronleichnamsfest zusammen mit seiner Kollegin Bettina B. von der Oesdorfer Petrigemeinde. Er trägt die Monstranz voraus, hinter dem Baldachin schreitet die Pfarrerin mit der Bibel in der Hand. In der Dialogpredigt mit der Pastorin stellt Pfarrer Walter H. fest: „Der Baum der Ökumene hat in Bad Pyrmont Wurzeln geschlagen, dieser Baum kann nicht mehr entwurzelt werden. Auch nicht durch reaktionäre Angriffe von denen, die die Zeichen der Zeit nicht sehen und nicht wollen, dass sich etwas ändert.“
Eigentlich geht es doch bei der Ökumene um die Wahrheit und nicht um die „herzensgute“ Gleichmacherei tatsächlicher Unterschiede. Die Brechstangen-Ökumeniker betrügen sich selbst. Es geht natürlich um mehr. Die Behauptung, die Wahrheit zu haben, ist in einer Zeit des Relativismus für die säkulare Gesellschaft eine unerträgliche Herausforderung. Und die bei den Repräsentanten dieser so beschriebenen Ökumene wollen nicht quer zur modernen Gesellschaft stehen. Indem sie die vorhandenen Unterschiede für unwesentlich erklären, opfern sie den Wahrheitsanspruch nicht nur zwischen den Kirchen, sondern auch gegenüber der Welt. Damit können alle Seiten gut leben. Nur die Einheit, die Christus im Abendmahlsaal gewollt hat, ist damit nicht erreicht. Darauf käme es aber an!
Hubert Gindert

Der Fels, August/September 2010, auf den Prüfstand
Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering.

Redaktion: Hubert.Gindert@der–fels.de

Donnerstag, 9. November 2017

Erzherzog Karl - Ein Feldherr

(5. September 1771 bis 30. April 1847.)


Florenz ist der Geburtsort dieses deutschen Fürsten. Sein Vater war der Großherzog Peter Leopold von Toskana, Sohn der Kaiserin Maria Theresia, seine Mutter Maria Ludovika, Tochter des Königs Karl III. von Spanien. Der glücklichen Ehe entsprossen 16 Kinder. Das fünfte der Kinder war Erzherzog Karl.

Schon von früher Jugend an zeigte er für alles Interesse, was mit dem Kriegswesen zusammenhing. In Wien vertiefte er sich immer mehr in das Studium der Kriegswissenschaften, die er bald praktisch verwerten sollte. In dem Kriege, den Frankreich gegen das damals österreichische Belgien führte, gewann er in den Jahren 1793 und 1794 mehrere entscheidende Schlachten.

Anfangs April 1796 reiste Erzherzog Karl als ernannter Oberbefehlshaber von Wien zur Armee am Niederrhein ab. Er gewann mehrere Schlachten am Rhein und auch im heutigen Bayern.

Erzherzog Karl konnte auf seinen Lorbeeren ruhen. Aber seine Gesundheit hatte arg gelitten. Doch kehrte er neugestärkt von den Heilquellen bei Töplitz nach Prag zurück.

Gegen Ende des Jahres 1798 entbrannte der Kampf aufs neue. Im Gefecht bei Osterach (21. März 1799), sowie in der Schlacht bei Stockach (25. März) siegte der tüchtige Feldherr über feinen alten Gegner Jourdan.



Den herrlichen Lorbeer in feinem Ruhmeskranze flocht sich Erzherzog Karl in der denkwürdigen Schlacht bei Aspern am 21. und 22. Mai 1809. Wie es zum Sturm geht, hört man die Worte: "Fürs Vaterland! Mutig vorwärts!" Erzherzog Karl ist's, der eben herbeigesprengt, sie gesprochen. Da ruft Hauptmann Murrmann: "Tausend Leben für unsern Erzherzog! Mir nach", und ritt den Truppen voran... Und der Sieg gelang. Zum ersten Mal hatte Napoleon eine Niederlage in Deutschland erlitten. Der Zauber feiner Unüberwindlichkeit war gelöst. Für die österreichischen Heere war der Sieg eine große Epoche des Ruhmes und des inneren Kraftgefühls. Selbst Napoleon muss dem edlen Generalissimus seine Anerkennung zollen.


Nach dem Waffenstillstand vom 7-12. Juli 1809 trat Erzherzog Karl in den stillen Kreis des Privatlebens zurück. Am 17. September 1815 vermählte er sich mit der Prinzessin Henriette, Tochter des Herzogs Friedrich Willhelm von Nassau. Die Ehe wurde mit 7 Kindern gesegnet.

Erzherzog Karl Starb am 30. April 1847. Am 4. Mai wurde seine irdische Hülle mit den üblichen Trauerfeierlichkeiten in der Kaisergruft des Kapuzinerklosters zu Wien bestattet. Kaiser Ferdinand I. befahl, sein Degen solle im kaiserlichen Zeughause bei jenen der größten Feldherren aufbewahrt werden, und der Name "Erzherzog Karl" die beiden Regimenter, die ihn bei Lebzeiten des Helden getragen, für alle Zeiten schmücken. Die Religiosität des hohen Verblichenen erhellt aus folgendem Artikel, den wir aus den katholischen Blättern aus Tirol (im Mai 1847) entnehmen.

Als der 76jährige Kriegsheld, der durchlauchtigste Herr Erzherzog Karl Ludwig von Österreich, dieser ritterliche Prinz ohne Furcht und Tadel, infolge einer plötzlich eingetretenen Rippenfellentzündung am 26. April 1847 auf sein Kranken- und Sterbelager verwiesen wurde, ging seine erste Sorge dahin, sich nach einer himmlischen Arznei umzusehen und sich durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente mit seinem Gott und Herrn, dem Lenker feiner einstigen Schlachten und Siege, auf das innigste zu verbinden, dass ihm bei dem bevorstehenden heißen und letzten Kampfe der Sieg gelänge.

Schon vor Jahren und oft wiederholt hatte er seinen würdigen Beichtvater - Herrn Wilhelm Sedlaczek - ernstlich gemahnt und gebeten, ihn, wenn anders Gottes Barmherzigkeit es so in seine Macht lege, ja das letzte Mal des Himmels nicht zu spät erinnern. "Vor allem wollen es Ew. Hochwürden mir nicht verhehlen, wenn die Stunde meines Dahinscheidens, die andere oft besser sehen, sich zu nahen scheint!" sprach der alte Krieger gar oft in seinen auch noch ganz gesunden Tagen. "Sagen sie dann nur", setzte er gewöhnlich ganz heiter hinzu: "Auf, alter Soldat! es wird Zeit zum Einrücken."

Doch es trat die Notwendigkeit nicht ein, dieser vorsorgenden Mahnung nachzukommen, den hohen Kranken gemahnte es von selbst an sein Heil. Die erste Sehnsucht vom Krankenlager aus war nach dem Herrn und Heiland im heiligen Sakramente gerichtet, und erst dann, als dieser mit dem Troste des Himmels bei ihm eingekehrt war, streckten sich seine so liebreich väterlichen Arme nach seinen Kindern aus, die er alle so gern und noch einmal gesegnet hätte.

Als wir während der Stunden feines Todeskampfes abwechselnd in der kaiserlich königlichen Hofburgkapelle bei ausgesetztem hochwürdigsten Gut auf Anordnung des allerhöchsten Kaiserhauses für ihn beteten, und Referent sich eben zwischen der neunten und zehnten Stunde der Nacht vom 29. auf den 30. April auf jenen Betschemel zu knien anschickte, ging ihm noch das Ansuchen des durchlauchtigsten Sterbenden zu, von Gott, wenn es in seinem heiligen Willen gelegen sei, die Gnade zu erflehen, dass er die schon in jeder Minute erwartete Ankunft feiner beiden erzherzoglichen Söhne Ferdinand und Friedrich noch erlebe. Doch nur Ferdinand traf den sterbenden Vater noch lebend - sah noch, wie er feine Arme zum Segen aufbeben wollte, aber segnen konnte ihn nur mehr das eben brechende Herz. Um 4 Uhr morgens derselben Nacht war der gute Kampf ausgekämpft.



Text: „Das Ende großer Menschen“ von AntonSteeger, Regensburg 1915
Bilder aus Wikipedia, Stichwort „Karl von Österreich-Teschen“






Lateranbasilika: „Tempel der Liebe“



Benedikt XVI.: Lateranbasilika ist ein „Tempel der Liebe“
Beim Angelusgebet an diesem Sonntag erinnerte der Papst an das Weihefest der Mutterkirche Roms, der Lateranbasilika. Diese Basilika sei ein "Tempel der Liebe", sagte der Papst. Deshalb fordert er alle katholischen Gemeinden auf, "ihre Kirchen und Gottesdienststätten mit Sorgfalt zu pflegen." Sie bildeten ein wertvolles religiöses und historisches Erbe, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Festtag der Lateranbasilika sei deshalb ein Anlass, über die rechte Weise nachzudenken, Gott ein Haus zu bauen. Dazu sagte Benedikt XVI.:
"Die Kirche begeht heute den Weihetag der Lateranbasilika, die als Kathedrale des Bischofs von Rom den Titel "Mutter und Haupt aller Kirchen" trägt. Dieses Fest erinnert uns daran, dass Gott selbst es ist, der Sein Volk zusammenruft und aus lebendigen Steinen Seine Kirche aufbaut.
Kaiser Konstantin schenkte im Jahre 342 der Kirche in Rom das Gebiet des heutigen Lateran und ließ darauf eine Basilika errichten. Nach Verwüstungen und Zerstörungen durch Erdbeben und Brände wurde die Kirche 1726 neu erbaut. Der Kirchweihtag der Lateranbasilika ist der 9. November.(rv) 09.11.08

Sonntag, 5. November 2017

Weite holländische Landschaft


 Weite holländische Landschaft (ca. 1867)
Jan Evert Morel II 

Wenn man eine weite Landschaft von einem höher gelegenen Punkt betrachtet, bietet sich die Möglichkeit, das öffentliche Interesse zu berücksichtigen. Wir sehen, alle Bausteine der vor uns ausgebreiteten Gemeinschaft: die Landwirtschaft, die die Menschen ernährt, das Dorf, wo die Menschen leben, die Kirche, wo Menschen zusammenkommen, um zu beten.

Über die Straßen und das Wasser, hat die Gemeinde Verbindung zu anderen Regionen. Auf einem Hügel stehen immer noch die Ruinen der Burg des ehemaligen Landesherrn, der das Land von hier aus regierte.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 - April
Stichting Civitas Christiana


Mittwoch, 1. November 2017

„Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“


Der Fels 1211

Das Titelbild entstammt dem Credo-Zyklus in der ehemaligen Klosterkirche in Ochsenhausen. Johann Georg Bergmüller entwarf ihn. Johann Joseph Anton Huber (1737-1815) setzte ihn in Farben um.

Auf dem Fresko ist der Glaubensartikel dargestellt: „Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Es ist nur eine Kirche, welche hier auf einem Felsen steht. Christus sagte: „Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,18). Auf Wolken erkennt man den auferstandenen Christus mit dem Kreuz, ihm gegenüber, die Gottesmutter, die mit ihren Armen auf die Kirche und den dreifaltigen Gott verweist. Hinter ihr ist der hl. Josef in einer anbetenden und demütigen Geste zu sehen.
Die Apostolizität der Kirche  wird im Paar der Apostelfürsten Petrus und Paulus — mit einem Schwert — angedeutet.
Im Licht Gottes erkennen wir die Personifikation der Kirche. Die Insignien, welche zur Kirche gehören und auf das Lehramt, Heiligungsamt und Leitungsamt hinweisen, sind das Evangelium (Buch), die Eucharistie (Hostienkelch) und das Papstum (Tiara, Papstkreuz, Schlüsselpaar). Die Kirche trägt eine Stola. Sie garantiert das in der Sukzession stehende Priestertum und die mit ihm untrennbar verbundene Liturgie. Das Schwert des Paulus weis nicht nur auf seinen Tod, sondern auch auf die „streitende“ Kirche hin, der immer das Schwert droht. Das Gebet der Kirche gilt auch der „leidenden“ Kirche (den armen Seelen im Fegefeuer), die gerade noch in der Höhe unter dem Papstkreuz erkennbar ist. Den Weg zur triumphierenden Kirche zeigen die Apostel, der hl. Josef und die Muttergottes.

(Titelbild DER FELS November 2012)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Winter in den Niederlanden


Winterliche Szene auf dem Eis (1641)
Jan van Goyen

Der See ist gefroren. Das ganze Gemeinschaftsleben, einschließlich des Hundes bewegt sich auf dem Eis. Es gibt eine starke verbindende Kraft dieses Geschehens. Von hoch zu niedrig: aus jeder Klasse.
Man trifft sich in einer gemeinsam geteilten Aktivität. Auffällig ist, dass einige spielen, während andere Menschen oder Waren über das Eis transportieren. Das Leben geht weiter. Die Fischer fischen, trotz Eis, und der Schütze wacht über die Ordnung, auch auf dem Eis.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 – Januar
Stichting Civitas Christiana

Freitag, 13. Oktober 2017

Rosenkranzpsalter



Im Münster St. Nikolaus in Überlingen am Bodensee steht in der östlichsten Kapelle der Südseite ein Rosenkranzpsalter. Er wurde wohl 1631 von Martin (um 1590 – nach 1665) und David (1598 – 1666) Zürn geschnitzt. Maria steht auf der Mondsichel (Ein Weib […] der Mond zu ihren Füßen, Off 12, 1) und trägt ihr Kind auf dem Arm. Sie hält ein Zepter, zwei Engel halten eine Krone über ihr Haupt und weitere vier huldigen ihr. Maria wird hier als Himmelskönigin gezeigt. Umgeben wir die von einem Kranz von 15 Medaillons. Jedes zeigt ein anderes Rosenkranzgeheimnis. Es beginnt oben mit der „Verkündigung“ (1. Gesätz des freudenreichen Rosenkranzes) und endet wieder oben mit der „Krönung Mariens“ (5. Gesätz des glorreichen Rosenkranzes). Untereinander sind die Medaillons mit jeweils 10 Perlen verbunden, entsprechend den 10 „Ave Marias“, welche man bei jedem Gesätz betet. Seitlich unten knien zwei Ordensgründer: der hl. Franziskus mit einem Kreuz in der Hand und der hl. Dominikus, dem Maria den Rosenkranz überreichte. Diese beiden Figuren wurden allerdings erst im 18. Jahrhundert geschnitzt und auf den Altar gestellt. Man kann den zeitlichen bzw. stilistischen Unterschied recht gut erkennen, wenn man den üppigen, tief geschnittenen, fast ornamental gehaltenen Faltenwurf von Mariens Gewand mit den eher körpernachzeichnenden Gewändern der beiden Heiligen vergleicht. Oben im Gebälk erkennt man noch die beiden Wappen der Stifterfamilien dieses Altares.  AE

(Titelbild DER FELS Oktober 2013)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Jagdsaison



Lieferung von Wild in den Vorratskeller, 1852

Hubertus van Hove (1814-1865)
Privatsammlung / Foto: Christie's Images / Bridgeman Images

In diesem Oktober, Jagdsaison. kontrolliert die Frau des Hauses zusammen mit der Köchin den Korb mit Wild, der vom Markt geliefert wurde. Wir befinden uns im Vorratskeller eines bürgerlichen Wohnsitzes im 19.Jahrhundert. Der kleine Hund scheint sehr interessiert zu sein.
Hubertus van Hove lernte die Malerei teilweise von seinem Vater, mit dem er zusammen an einer Bühnenausstattung des Théâtre Royal in Den Haag arbeitete. Er begann mit Landschaftsmalerei, spezialisierte sich aber dann auf Innenansichten, womit er großen Erfolg hatte. Wie man hier erkennen kann, handelt es sich um Szenen, an denen der Künstler die Lichteffekte, die von außen hereinkommen, studiert.
Das Tageslicht, das aus einer Öffnung, die sich hinter dem Betrachter befindet, hereinkommt, beleuchtet die linke Wand, das Gemüse, das man auf die Anrichte gelegt hat, das Gefäß aus Kupfer zum Händewaschen, das Wild, das die Köchin auf dem kühlen Boden ausgebreitet hat und die Frau des Hauses, die abermals ihre liste überprüft. Diese Momentaufnahme des wahren Lebens im Alltag ist realistisch und beschaulich. Man ist weit entfernt vom verrückten Wettlauf um eine kybernetische und virtuelle Welt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - Oktober 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Montag, 21. August 2017

Hoffnung auf besseres Wetter



Eine niederländische Straße 
Anton Mauve (ca. 1880)

Es ist düster und unwirtlich um diese Jahreszeit. Die holländischen offenen Wiesen und die kahlen Bäume entlang der Allee bieten wenig Schutz vor Wind und Nässe. Einsam folgt der Mann mit seinen drei Pferden sein Weg. Nur gelegentlich trifft er einen Passanten im Halbdunkel. Doch durch die Wolken kündigt sich besseres Wetter an. Bald wird es wieder Frühling sein.

Neederlandse Cultuurkalender 2016 - Februar
Stichting Civitas Christiana

Samstag, 19. August 2017

Der Schiffbruch


Der Schiffbruch

Hermanus Koekkoek (1815 -1882)
Kunsthalle Hamburg I Foto: Bridgeman Images

Bei heftigem Sturm ist ein Fischerboot gekentert. Herbeieilende Helfer haben das Schlimmste verhindert und die Männer gerettet.
Hermanus Koekkoek stammte aus einem Malergeschlecht. Sein Vater, seine Brüder und alle seine Söhne waren Maler und - wie er - bekannt für Marine- und Landschaftsmalerei. Er unterrichtete sogar mehrere seiner Enkelkinder. Sein Stil, romantischer Realismus, ist repräsentativ für die holländische Malerei in diesem Zeitraum des 19. Jahrhunderts.

Der Wind erhebt sich zum Sturm, fegt über die Bäume und löst eine Flut hoher Wellen aus. Das Schiff kann der Gewalt der Elemente nicht standhalten, es kentert an einer Stelle des Flusses, die es glücklicherweise den Fischern ermöglicht, das Land zu erreichen. Ein Mann in rotem Hemd läuft mit einem Bootshaken herbei, eine Frau und Kinder lauschen der Erzählung eines Mannes, der alles gesehen hat.
Diese Darstellung erteilt uns auch eine Lehre, die im Gegensatz zum Optimismus der modernen Gesellschaft steht, die sich in Sicherheit wiegt.

Aus dem Kalender „366 Tage mit Maria“ - März 2016
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“.

Dienstag, 15. August 2017

Maria Himmelfahrt


Das Gedenken an den Tod Mariens und damit auch an die Himmelfahrt Mariens war in der Kirche immer vorhanden. Frühe Belege dafür finden sich schon im vierten Jahrhundert in Syrien und im fünften Jahrhundert in Jerusalem. Wir feiern heute den großen Frauentag mit Kräuterweihe jedes Jahr am 15. August. Die künstlerische Darstellung der Himmelfahrt finden wir zumeist auf Gemälden. Die Barockzeit um 1700 bot mit ihrer Gestaltung des Altarraums zu großen Schaubühnen auch die Möglichkeit, ganze Gruppen von Statuen in den Hochaltar zu stellen. Dies ist in der Klosterkirche der Benediktiner in Rohr in Niederbayern in hervorragender Weise gelungen. Der Architekt und Bildhauer Egid Quirin Asam (1692-1750) zeigt dort wie die Muttergottes von Engeln getragen in den himmlischen Bereich empor schwebt. Die Muttergottesstatue ist das Zentrum des Hochaltars und das Zentrum der Kirche. Im unteren Teil des Hochaltars umstehen die staunenden Apostel das leere Grab. Die schwebenden Madonna ist das Glanzstück künstlerischer und technischer Leistung. „Das Kleid ist das einer Fürstin. Ihr fein geschwungener Körper, die Grazie der Bewegung, die feinen Hände, die Lieblichkeit des Gesichtes verraten königlichen Adel“ (Hausenstein). Ganz oben im Altar thront der Dreifaltige Gott — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott-Vater und Gott-Sohn halten zusammen die Krone bereit, mit der sie die Muttergottes zur Königin des Himmels krönen werden. Die indirekte Beleuchtung und die Farben Gold und Braun verstärken die festliche Atmosphäre.
Der Glanz dieser Barock-Kirche lässt den Betrachter ahnen, wie viel schöner der Himmel über den Wolken sein muss. Papst Pius XII. hat 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma bekräftigt, was in der Kirche schon immer geglaubt wurde. (Eduard Werner)

(Titelbild DER FELS August/September 2016)
Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Mittwoch, 9. August 2017

„Die Kirche Christi hat immer Zukunft!“

Nach der Messe

Robert Spaemann

Reinhard Bingener hat in der FAZ die Ergebnisse der „neuen Mitgliederuntersuchung der EKD“ dargestellt („Erosion auf fast allen Ebenen“ 10.03.2014). Dabei handelt es sich um eine repräsentative Umfrage, die sich auf Kirchenmitglieder, aber auch auf Ausgetretene und Konfessionslose, die nie Kirchenmitglieder waren, erstreckt. Das Ergebnis bezeichnet Bingener mit „Stabilität des Abbruchs“. Was ist das Besondere und Neue das diese Untersuchung zu tage fördert, und warum ist das Ergebnis auch für Katholiken von Bedeutung? Vielleicht, dass es im „eigene Haus“ relativ günstiger aussieht, weil die Kirchenaustrittszahlen um 30% bis 40% niedriger liegen? Nein! Die festgestellten existenzgefährdenden Entwicklungen gelten auch für die katholische Kirche in Deutschland.
Beginnen wir mit der Begründung für die Kirchenaustritte. Die Kirchensteuer ist „in der Rangfolge ... deutlich zurückgefallen hinter der Feststellung: „Ich brauche keine Religion fürs Leben“. Die Aussage des Kirchenpräsidenten Peter Steinacker von 2006: „Der Kirchenaustritt wird primär kirchen- und nicht religionskritisch begründet“, ist überholt! „Konfessionslosigkeit“, ein „gefestigter Unglaube“ ist „zu einer  selbstverständlichen Option der Lebensführung in Deutschland geworden“.
Die geringere Bildungskraft der Kirchen hat nach dem Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD Gerhard Wehner nicht dazu geführt, dass „nicht institutionalisierte Frömmigkeit und Patchworkreligion“ zugenommen haben. Die Feststellung lautet: „Ohne religiöse Praxis und kirchliche Bindung erodiert auf die Dauer die Christliche Überzeugung . . .  wer sich einmal von der Kirche losgesagt hat, der entwickelt später nur selten spirituelle Sehnsüchte“. Die niedrige Zahl der Wiedereintritte in die Kirche belegt diese Aussage.
Da die religiöse Erziehung in der Kindheit von größter Bedeutung auch für die spätere religiöse Bindung ist. sind folgende Untersuchungsergebnisse für Westdeutschland nicht nur für die Protestanten, besorgniserregend: So sagen die über 66 Jahre alten Kirchenmitglieder zu 83%, sie seien religiös erzogen worden, bei den 30 bis 45 jährigen äußern das nur noch 67% und bei den 14 bis 21 jährigen nur mehr 49%.
 „Für die Kirche“, so Bingener, „gewinnen die Befunde an Dramatik, weil vieles für die Unumkehrbarkeit und Potenzierung dieser Prozesse spricht . . . stoppen oder gar umkehren lassen wird sich die Erosion der Mitgliedschaft, das ist in Anbetracht der Ergebnisse unabwendbar, auch durch größtes Bemühen nicht . . . die bisherige Erfahrung lehrt allerdings, dass es in Teilen der Führung der evangelischen Kirche keine Scheu gibt, hartnäckig an den empirischen Kenntnissen vorbei zu arbeiten.“
Diese defaitistische Schlussfolgerung von Bingener mag richtig sein, wenn sich die Erstverantwortlichen für den Glauben – bei den Katholiken sind das die Bischöfe – wie Konkursverwalter verhalten. Die Kirchengeschichte widerlegt jedoch diese Behauptung von der „Unumkehrbarkeit“ der Entwicklung. Richtig ist: Glauben kann man nicht machen, wohl aber kann man sich um gute Voraussetzungen für eine Neuevangelisierung bemühen. Weil dafür  wenig geschieht, setzt sich der Abwärtstrend fort. So finden sich auch für den katholischen Bereich ähnliche Feststellungen wie bei den Protestanten: „Die christlichen Kirchen müssen nach Einschätzung von Wissenschaftlern selbst bei intensiven Reformbemühungen weiter mit sinkenden Mitgliederzahlen rechnen. ,Der Mitgliederschwund ist nahezu unaufhaltsam' , erklärte der Religionssoziologe Detlef Pollak“ (KathNet, 02.11.13) Der Leiter des Augsburger Gebetszentrums, Dr. Johannes Hartl, stellte fest: „Die Krise der Kirche ist eine gewaltige Chance der Bekehrung.“ Auch Hartl geht davon aus, dass die Volkskirche stirbt. Er sieht dafür aber andere Gründe als Pollak: „Wenn die Leiter der Kirche jetzt die Zeichen erkennen, werden sie nicht 90% ihrer Kraft verwenden, um Strukturen zu stützen, die sich schon mittelfristig erübrigen werden, sondern ihr Geld, ihre Kreativität und ihre immensen personellen  Möglichkeiten nutzen, an etwas Zukunftsfähigen zu bauen. Leider sehe ich die Bereitschaft zu solch innovativem Denken noch nicht an vielen Stellen.“ (12.02.2014 KathNet)


Hinsichtlich der Neuevangelisierung gewinnt man im katholischen Deutschland den Eindruck: Was an Anregungen aus Rom kommt, wird weit hin negiert. Was man selber will, wir nicht deutlich und ebenso wenig, ob man überhaupt wollen will. Dabei liegen einige Voraussetzungen für die Neuevangelisierung auf der Hand:
Wenn man nicht schätzen kann, was man nicht kennt und seit Jahrzehnten bekannt ist, dass der Religionsunterricht nach acht bis neun Jahren nicht einmal dazu führt, dass die Schulabgänger die Grundelemente ihres Glaubens vermittelt bekommen, sind Korrekturen überfällig.
Wenn ferner bekannt ist, dass die Kinder von ihren Eltern immer weniger in den Glauben eingeführt werden, dann muss auch die Ehevorbereitung neu konzipiert und geordnet werden.

Trotz der genannten Defizite und Versäumnisse gibt es „missionarischen Funkenflug“ z.B. in der Nightfeverbewegung. Sie nahm ihren Anfang auf dem Weltjugendtag 2005 in Köln, als es erstmalig bei einer Vigil eine Eucharistische Anbetung mit Beichte für die Jugend gab. Inzwischen breitet sich Nightfever rasch aus. Vom 16. bis 18. März trafen sich in Fulda 170 begeisterte Jugendliche aus dem gesamtdeutschen Sprachraum zu einem Internationalen Nightfeverwochenende. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sieht in der Nightfeverbewegung ein neues Pfingsten. In seiner Predigt sagte der Bischof: „Ich setze auf euch, dass ihr der neue Anfang seid. Unsere Kirche braucht euch. Helft auch uns Bischöfen, Dinge zu sehen, die wir sonst übersehen. Das ist eure Aufgabe. Nur so könnt ihr helfen, dass das österliche Licht in unsere Kirche aufbricht“.


Quelle: Der Fels – Katholisches Wort in die Zeit – 45. Jahr – Mai 2014

Dienstag, 8. August 2017

Christentum und Gender sind komplett unvereinbar

Der Autor auf der "Demo für Alle" am 25. Juni 2017 in Wiesbaden
Mathias von Gersdorff

In den letzten Wochen hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) etliche Veranstaltungen des LSBTTIQ-Milieus unterstützt. 

Hier einige Beispiele: Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat die Schirmherrschaft des „Christopher Street Days“ (CSD) in Stuttgart übernommen. (Der CSD ist eine Art Polit-Parade der Homo-Lobby, in der sie ihre politischen Anliegen manifestiert. Zum Teil treten dort Personen halbnackt oder in grotesker Verkleidung auf). Zum CSD in Berlin, dem größten Deutschlands, sandte die EKD einen doppelstöckigen LKW. Superintendent Bertold Höcker trug um den Hals eine pinke Federboa. Ein Trompeter spielte fast nackt auf dem Wagen. Auf dem CSD trat die EKD mit einer 142 Quadratmeter großen Regenbogenfahne auf. Frankfurt liegt im Territorium der „Evangelischen Kirche Hessen-Nassau“, die seit vielen Jahren für Gender und Anliegen der LSBITIQ-Lobby eintritt. Auch in Oldenburg trat die Evangelische Kirche dieses Jahr zum ersten Mal auf.

Bekanntlich hat die Leitung der EKD jubiliert, als der Bundestag am 30. Juni 2017 das Ehegesetz für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat.

Solche Vorkommnisse beschränken sich nicht nur auf die EKD. Auch schleichen sich Gender und die LSBTTIQ-Ideologie langsam in die katholische Kirche ein. So hat beispielsweise die Diözese Rottenburg-Stuttgart den CSD Freiburgs auf ihrer Facebook-Seite beworben. Laiengruppen, wie etwa der „Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ)“, treten seit Jahren für Gender ein und unterstützen die politischen Forderungen der Homo-Lobby. In anderen katholischen Milieus versuchen sog. Reformkatholiken, eine Art Gender-light populär zu machen, das aber auch die Kernthesen des Hardcore-Genders beinhaltet.

Viele Gläubige sind über die massive Zurschaustellung der Sympathien der EKD und mancher Reformkatholiken für die Anliegen der Homo-Lobby verärgert und sind deshalb irritiert und protestieren. Viele weitere sind verwirrt und fragen sich, ob sich das Christentum dieser neumodischen Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ oder dem Genderismus öffnen soll.

Die einzige Antwort darauf ist ein klares NEIN! Christentum und Gender bzw. die Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ sind inkompatibel und sogar diametral entgegengesetzt. 

Hier sollen die wichtigsten Gründe dafür angegeben werden:

1. Gender geht von der Annahme aus, die Geschlechter seien soziale und kulturelle Konstruktionen. Auch die Vorstellung, es gebe nur Männer und Frauen, sei von der Gesellschaft vorgegeben. Entsprechend der Gender-Ideologie gibt es eine Vielzahl von sexuellen Orientierungen.

Gemäß der christlichen Schöpfungsordnung hat Gott Mann und Frau erschaffen und sonst nichts. Wenn ein Mann sich sexuell zu einem anderen Mann hingezogen fühlt, ist er nach wie vor ein Mann und gehört zu keiner der tausenden sexuellen Orientierungen an, die die Gender-Ideologen inzwischen erfunden haben.

Diese Polarität ist das Kernmerkmal der christlichen Anthropologie (Sicht bzw. Wissenschaft des Menschen), denn Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Aufgrund dieser Tatsache ist der Mensch überhaupt fähig, eine [übernatürliche] Beziehung zu Gott zu pflegen und damit überhaupt eine Religion zu haben und zu praktizieren. Dies macht den Menschen wesenhaft anders als die anderen Geschöpfe Gottes. 

Die Polarität Mann-Frau ist also auch ein Bild des Wesens Gottes. Wird diese Polarität also verneint, so wird nicht nur die christliche Anthropologie abgelehnt, sondern auch das christliche Gottesbild.

2. Die Gender-Ideologie besagt, dass der Mensch sich selbst seine Identität bzw. seine Persönlichkeit gibt. Das bedeutet, jemand kann der Auffassung sein, er sei 50 Prozent Frau und 50 Prozent Mann oder ein Mann kann der Auffassung sein, er sei eine Frau etc. Mit anderen Worten: Die Natur wird nicht als gegeben angesehen, sondern ist im Grunde eine menschliche Schöpfung.

Zur christlichen Grundhaltung gehört jedoch, dass der Einzelne sich Gottes Schöpfung unterwirft und diese annimmt, so wie sie Gott vorgibt. Diese Grundhaltung nennt man Demut. Sie ermöglicht dem Menschen, die Wahrheit und damit auch die Realität so anzunehmen, wie sie ist. Die gegenteilige Haltung ist der Hochmut, die den Menschen zur Auflehnung gegen Gottes Schöpfung verführt.

Im Falle von Gender haben wir es mit einem Hochmut zu tun, der den Menschen sogar dazu bringt, seine eigene Natur abzulehnen und darüber hinaus der Meinung zu sein, er könne sich seine eigene Natur entsprechend seiner Fantasie basteln.

Wer so denkt, ist unfähig, die christliche Botschaft anzunehmen. Sollte eine Person mit der Gender-Mentalität eine Religion annehmen, so würde er den Pantheismus wählen, also die Religion, die der Auffassung ist, die gesamte Schöpfung – inklusive des Menschen – sei eine Gottheit. In dieser ist das Sein in ständiger Bewegung. 

Auf die menschliche Identität bzw. die menschliche Geschlechtlichkeit übertragen würde das bedeuten, dass der Mensch keine festgelegte Persönlichkeit ist, sondern sich ständig wandelt - inklusive seiner Sexualität.

Der christliche Gott ist aber ein persönlicher Gott, dem wir als Menschen und erschaffene Kreaturen gegenüberstehen. Von Gott wird der Mensch als Einzelner behandelt: Jeder Mensch ist eine einzigartige Schöpfung Gottes. Weil Gott uns erschaffen hat, gehören wir zu ihm und schulden ihm Gehorsam. Diesen Gehorsam zu praktizieren besteht in der Achtung des göttlichen Gesetzes, welches in den Zehn Geboten zusammengefasst ist.

3. Überflüssig zu sagen, dass für den Gender-Menschen die Befolgung der Zehn Gebote unnötig und sogar unmöglich ist. 

Die ersten drei Gebote erläutern die Pflichten des Menschen gegenüber Gott, der ein persönlicher Gott ist. Sie ordnen sozusagen die Beziehung zwischen den Menschen zu Gott in einem Verhältnis von Person zu Person. Gender verneint schon die Existenz einer eindeutigen Person, die zudem nach Gottes Ebenbild erschaffen ist.

Ebenso sind die Gebote 6 und 9, die das Geschlechtsleben ordnen, für einen Gender-Menschen unmöglich zu befolgen bzw. sogar sinnlos. Diese Gebote besagen, dass praktizierte Geschlechtlichkeit nur einen Platz in der Ehe haben soll. Die Ehe aber hat für einen Gender-Menschen, der gar nicht an die Existenz von Mann und Frau glaubt, keine Bedeutung. Die Ehe ist für den Gender-Menschen auch eine beliebige soziale oder kulturelle Konstruktion, die der Mensch nach Gutdünken verändern kann, wie jüngst in Deutschland mit der Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare geschehen.

Auch das 8. Gebot können Gender-Menschen nicht befolgen (Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen), denn die Gender-Ideologie hat eine Unwahrheit (Mann und Frau gibt es nicht, es existiert eine „sexuelle Vielfalt“) als Grundlage und ist damit eine komplette Lüge.

Fazit: Die Gender-Ideologie leugnet die grundlegenden Wahrheiten des Christentums und kann deshalb nur existieren, wenn sie das Christentum bekämpft. Christentum und Gender-Ideologie stehen in unversöhnlicher Feindschaft gegeneinander.

Unterstützen Sie bitte die Aktion „Kinder in Gefahr“. Sie helfen uns die Öffentlichkeit über diesen Angriff auf unsere Kinder aufmerksam zu machen mit Ihrem "Like" unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/aktionkig/ 
Danke!

Freitag, 4. August 2017

Die Brautjungfer


Die Brautjungfer

- ca. 1883-85 -

James Tissot

Eine elegant gekleidete Brautjungfer bereite sich für den Einstieg in die Droschke vor, in der sich schon die Braut befindet, von der man nur ein Teil des Kleides sieht, welches Ende des 19. Jahrhunderts gewöhnlich in Farbe war. Der Bräutigam, in vornehmer und höflicher Haltung, hält den Saum des langen Brautkleides beiseite und über der jungen Dame einen Schirm. In der geschäftigen Straße bleiben einige stehen und schauen zu; ein Laufjunge oder Lehrling vorne rechts ruft, „es lebe die Braut!“ Der Charme und die Leutseligkeit, die aus dieser Szene hervorgehen, kommen nicht nur von der Schönheit der Kleider, sondern auch von dem zeremoniösen Umgang unter den Menschen in wichtigen Momenten des gesellschaftlichen Lebens. Die hier wiedergegebene Szene, ist noch aufgebaut auf die Institution der Familie, deren Fundament die unauflösliche Ehe ist.
Benoît Bemelmans 

Donnerstag, 3. August 2017

Die christliche Ehe ist unauflöslich


Das kirchliche Gesetzbuch sagt (C. 1141): „Die gültige und vollzogene Ehe, kann durch keine menschliche Gewalt und aus keinem Grunde, außer durch den Tod, aufgelöst werden.“
Diese bedingungslose Unauflöslichkeit der Ehe fordert Gott selber, das fordert die Kirche, das fordert die Natur.

1. Christus, Gottes eingeborener Sohn, verbietet eindeutig die Auflösung der Ehe. Einst traten Pharisäer zum Herrn und fragten: „Ist es dem Mann erlaubt, sein Weib zu entlassen?“ Er gab ihnen zur Antwort: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer im Anfang den Menschen als Mann und Weib geschaffen und gesagt hat: Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und hängt seinem Weib an, und die zwei werden ein Fleisch? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen!“ Da wandten die Pharisäer ein: „Weshalb hat dann Moses geboten, dem Weib den Scheidebrief auszustellen und es zu entlassen?“ Er entgegnete ihnen: „Wegen eurer Herzenshärte hat euch Moses erlaubt, eure Weiber zu entlassen: Im Anfang war es nicht so. Ich aber sage euch: Wer sein Weib entlässt und eine andere heiratet, begeht einen Ehebruch; und wenn ein Weib ihren Mann entlässt und einen anderen heiratet, begeht sie einen Ehebruch“ (Mt 19, 3-9; Mk 10, 2-19). Bei Lukas lesen wir das Wort des Herrn: „Wer sein Weib entlässt und eine andere heiratet, bricht die Ehe; und wer eine vom Mann Entlassene heiratet, bricht ebenfalls die Ehe“ (16,18). Ebenso heißt es bei Matthäus: „Es ist gesagt worden: Wer sein Weib entlassen will, stelle ihr einen Scheidebrief aus. Ich aber sage euch: Jeder, der sein Weib entlässt, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht sie zur Ehebrecherin, und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch“ (5,31).

Eindeutiger hätte der Herr nicht reden können. Aufs klarste und entschiedenste lehrt er die Unauflöslichkeit der Ehe, die fortdauernde Treuepflicht der Ehegatten. Nur im Falle eines Ehebruches lässt der Herr eine zeitweilige Trennung zu; aber auch hier bleiben die Gatten vor Gott und im Gewissen verheiratet; eine Wiederverheiratung ist auch hier ausgeschlossen.


Alphons Maria Rathgeber „Kirche und Leben“ „ein Buch von der Schönheit und Segenskraft der Kirche. Verlag Albert Pröpster, Kempten im Allgäu 1956. S. 143

Mittwoch, 2. August 2017

Feind in Sicht!




Feind in Sicht! 1916


Art Gallery of New South Wales, Sidney, Australien

Septimus Power (1877-1951)

Soldaten eines australischen Regiments der leichten Kavallerie, die im ersten Weltkrieg in Nahost innerhalb der ANZAC (Australia and New Zealand Army Corps) im Einsatz waren, erspähen auf einem Hügel den Feind.
Der Maler ist selbst über die Schlachtfelder gelaufen, um die Szene eindrucksvoll darstellen zu können. Man merkt den auf uns gerichteten Blick des Pferdes, während die Augen des Reiters den Feind fixieren. Ein Soldat schwenkt theatralisch sein Gewehr. Rundherum ist die Landschaft rau wie der Krieg selbst.
Der Christ liebt sein Vaterland und beklagt den ungerechten Krieg und das Wettrüsten. Er hält das Militär in dieser Welt aber trotzdem für notwendig. Die Soldaten verdienen Sympathie, Anerkennung und Verehrung, weil es ihre Aufgabe ist, für das Wohl von uns allen zu kämpfen und zu sterben.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, September 2011)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Das Ewige Licht symbolisiert das ewige Opfer



„Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern das Licht des Lebens haben (Joh 8,12).
Die Weisheit und die Schönheit der Heiligen Katholischen Kirche werden wunderbar durch ein Universum von Symbolen ausgedrückt.
Betrachten wir das Ewige Licht. In jeder Kirche, in der das Allerheiligste Sakrament im Tabernakel ruht, fällt der Blick des eintretenden auf die sanft flackernde Flamme im Bereich des Altars, die die Realpräsenz Jesu anzeigt.
Was übermittelt dieses stille Licht so sanft der Seele? Was symbolisiert es?
Die Wärme seiner Begrüßungsflamme führt uns näher zu unserem Herrn. Als ob sie von Engeln gehalten wird, hängt die Lampe, nicht mit der Erde verbunden, und bereitet die Seelen für den Empfang der göttlichen Gnaden vor. Ihr subtiles Licht umhüllt die Gläubigen und schafft einen Geisteszustand, in dem sich alle katholischen Seelen vereint fühlen.
Gleichzeitig verbrennt der Docht langsam und ruhig und bringt sich selbst dar bis zur vollständigen Auszehrung. Er bietet sich Gott an, was die Opferbereitschaft symbolisiert.
Das Ewige Licht schafft eine angenehme und gemäßigte Atmosphäre, die dem Menschen angemessen ist. Sein subtiler Schein erhöht die Kirche, ohne sie jemals zu bezwingen.
Die diskreten Schatten, die das  Ewige Licht wirft, bilden eine prächtige Umrahmung von respektvoller Wärme und Tiefe. Es hat nichts gemeinsam mit den frenetisch flackernden Lichtern einer Diskothek oder der heute vorherrschenden kalten Neonbeleuchtung.
Zum Kontrast, stellen wir uns ein Neonlicht an Stelle des Ewigen Lichts vor. Schon der bloße Gedanke erzeugt Unwohlsein. Das grelle Neonlicht zerstört den Schatten.
Was sagt das Ewige Licht der Seele?
Stellen wir uns eine dunkle Kirche vor, die nur von dem Ewigen Licht erleuchtet wird. Wenn eine Kirche leer ist und unser Herr im Allerheiligsten Sakrament alleine ist, ist die Flamme eine Huldigung an ihren Schöpfer. Sie hält ständige Wache, wie eine treue Seele, die in Anbetung vor Gott kniet, während so viele ihn verlassen oder sich gegen ihn wenden.
Wenn das Licht sprechen könnte, könnte es sagen: „Ich bleibe treu. Ich bin dein, o Herr. Wenn ich auch der letzte der Geschöpfe bin, gehöre ich dir, ich existiere für dich allein. In der schlimmsten Ungewissheit, in der schlimmsten Verlassenheit und Dunkelheit, werde ich Dir folgen, komme, was kommen mag. Ich bin zuversichtlich, dass meine Treue dir etwas bedeutet.“
Die vorherrschende Symbolkraft des Ewigen Lichts spricht von der Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, dem Erlöser und dem Erlösten. Es ist ein Ruheplatz für die katholische Seele. Wie drei Glocken in vollkommener Harmonie klingen, erinnert es an die Worte Unseres Herrn: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).

                                                            
 John Ritchie

Aus dem Kalender „Australia needs Fatima“ 2016. Übersetzung aus dem Englischen

Mittwoch, 26. Juli 2017

In der Voraussicht eines neuen Weltkrieges: Pessimismus oder Optimismus?

Leo Daniele


In der ersten Juliwoche veröffentlichte das offizielle Organ der Regierung Nord-Koreas folgende Erklärung:
„Ein einfacher Fehler oder eine Missdeutung könnte zum Ausbruch eines Atomkrieges führen, und das wäre ohne Zweifel der Beginn eines neuen Weltkrieges.“
Ein neuer Weltkrieg? Der Artikel der kommunistischen Zeitung rechtfertigt auch als „legitime Verteidigungsmaßnahmen“ (sic) die nordkoreanischen Atomwaffenteste, angesichts „der zunehmenden Atomkriegs-Drohungen“ gegen Piöngyang von Seiten Washingtons.
Am Vortag hatten zwei strategische amerikanische Bomber B-1B Präzisions-Scheinangriffe in Südkorea gegen südkoreanische Jagdflieger unternommen, als Warnzeichen für Nordkorea, das gerade ein Test mit einer ballistischen interkontinental Rakete durchgeführt hatte. (vgl. “O Estado de S. Paulo” 30.6.17).
Auf der anderen Seite des Spielbretts erklärte der Präsident der USA, Donald Trump, am 21. Juli, die Atom- und ballistischen Raketenprogramme Nordkoreas verlangen eine „entschiedene Antwort“. „Die Zeit der strategischen Geduld gegenüber dem Regime Nordkoreas ist gescheitert. Ganz ehrlich, die Geduld ist zu Ende“, sagte Trump im Weißen Haus in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Südkoranischen Präsidenten, Moon Jae-in.
„Aber das ist ja weit weg von hier!“ – würde irgendein ahnungsloser Leser ausrufen.
Auf beiden Seiten des Spielbretts sind die Erklärungen sehr heftig! Wird es jetzt Krieg geben? Oder ist es für die Zukunft? Der Volksmund sagt: „Die Zukunft gehört Gott“. Wir sollten für diese tragische Möglichkeit mit realistischem Geist vorbereitet sein.
Vergessen wir nicht ein Wort von Winston Churchill: „Sie hatten die Wahl zwischen Schande und Krieg: Sie wählten die Schande und werden den Krieg haben“. Wird das unser Schicksal sein? Kurz nachdem Churchill dies seinem Außenminister gesagt hatte, brach der 2. Weltkrieg aus.
Ich schließe mit den Worten von Plinio Corrêa de Oliveira, aus einem Artikel für die Zeitschrift Catolicismo vom Mai 1952: „Wann? Während des großen Dramas, was da auf uns zu kommt? Nach ihm? Wir wissen es nicht. Doch eines scheint sehr wahrscheinlich: dass als Ausklang dieser Krise die Heiligste Jungfrau Maria für die Heilige Kirche nicht Jahrhunderte der Qual und Schmerzen vorbereitet, sondern eine Ära des universellen Triumphes“.
Sursum corda! (Hoch die Herzen). Wenn dies geschieht, wird es durch Gottes Willen sein!


Quelle: www.abim.inf.br/ vom 26.7.2017

Dienstag, 25. Juli 2017

Die Kathedrale von Santiago de Compostela



Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela ist seit dem Mittelalter für Millionen von Wallfahrern die Erfüllung ihrer Sehnsucht. In diesem Augenblick sind die Strapazen einer langen Fußwallfahrt vergessen. In der Kathedrale ruhen der Überlieferung zufolge die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren. Sie wurden schon im achten Jahrhundert vor den anstürmenden Moslems aus Jerusalem nach Nordwestspanien in Sicherheit gebracht. In den folgenden Jahrhunderten überfluteten die Moslems fast ganz Spanien und drängten die Christen bis an die Nordküste zurück. Da das Meer weitere Fluchtwege versperrte, sammelten sich die Christen zur Gegenwehr. Dabei erwarteten sie die entscheidende Hilfe von „ihrem“ heiligen Apostel Santiago, Sankt Jakobus, der ja gewissermaßen noch als Toter vor den Moslems nach Spanien flüchten musste. Die Spanier erinnerten sich auch noch, das Spanien früher ein blühendes christliches Land war, vor allem das Andalusien des Isidor von Sevilla um 600. Von daher wuchs ihr Wunsch nach Rück-Eroberung, nach Re-conquista, die erst 1492 mit dem Sieg in Granada ihren Abschluss fand. Die Jakobsmuschel, das ursprüngliche Trinkgefäß der Wanderer, wurde zum Kennzeichen des Pilgerweges. Im Spätmittelalter wurde die Muschel als Symbol für die innige Verbindung zwischen Christus und der Kirche gedeutet. Die Trennung der beiden Muschelschalen bedingt den Tod des Muscheltieres. Eine Trennung der Kirche von Christus wäre der Verlust des ewigen Lebens. Der Festtag des Apostels Jakobus ist der 25. Juli. EW

Titelbild DER FELS Juli 2016 - Redaktion: Eichendroffstr. 17, D-86916 Kaufering
HubertGindert@der-fels.de

Sonntag, 23. Juli 2017

Nach der Sonntagsmesse



Aus der Kirche La Madeleine, Paris, kommend

Jean Beraud (1849-1935)
Private Sammlung / © Photo Christie's Images / The Bridgeman Art Library


Die Sonntagsmesse in der Kirche La Madeleine in Paris ist zu Ende, Die Gläubigen kommen die Stiegen herab und gehen nach Hause.
Ein Mann mit weißem Bart, das Messbuch in der Hand, ist im Begriff, auf die Straße herauszutreten. Er blickt uns an. Im Vordergrund sieht man eine Frau, die eiligen Schrittes weggeht, weil durch den leichten Regen Rutschgefahr entstehen könnte. Hinter ihr geht eine Dame in Begleitung ihrer elegant in Blau gekleideten Tochter, die auf einen Angestellten des Hauses auf der linken Seite zugeht. Man sieht einen Kutscher in seinem Gehrock mit goldenen Knöpfen, einen Diener mit weißen Handschuhen und einen Chauffeur mit einer Schirmkappe. Den Rücken uns zugewandt ist ein Kindermädchen zu sehen, das eine Haube mit langen roten Bändern trägt und ein kleines Kind an der Hand führt.
Jedes Detail dieses Bildes ist es wert, genau betrachtet zu werden. Die Szene ruft das christliche Ideal einer brüderlichen Gesellschaft in Erinnerung, welche die gerechten und harmonischen gesellschaftlichen Ungleichheiten der Menschen respektiert.

(Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“
von der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, Oktober 2011)